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Pressemitteilungen

Kulturstaatsminister Bernd Neumann besichtigt Erweiterungsbau des Deutschen Auswandererhauses

Montag, 18. Februar 2013 PDF Zip-Datei mehr lesen

Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat am heutigen Montag, 18. Februar 2013, das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven besucht. Insbesondere interessierte er sich für die neuen Räumlichkeiten, die im Zuge der Museumserweiterung im Frühjahr 2012 eröffnet wurden, und deren Weiterentwicklung. Aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers hatte sich der Bund – wie auch das Land Bremen – mit zwei Millionen Euro an dem Bauprojekt beteiligt; 500.000 Euro steuerte die private Betreibergesellschaft bei. Nachdem der Staatsminister bereits bei der Eröffnung im vergangenen April einen ersten Eindruck von dem Ausstellungsraum „Grand Central Terminal“ (Foto) und dem Erweiterungsbau gewonnen hatte, begab er sich jetzt gemeinsam mit Museumsdirektorin Dr. Simone Eick auf intensive Spurensuche nach 300 Jahren Einwanderungsgeschichte in Deutschland.

Erfolgsgeschichte geht weiter

Kontinuierliches Besucherinteresse auch im 8. Jahr

Freitag, 11. Januar 2013 PDF mehr lesen

Das Interesse am Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven ist auch im achten Jahr seines Bestehens gleich bleibend hoch. Das Konzept des im April 2012 eröffneten Erweiterungsbaus ist aufgegangen und es ist ein steigendes Interesse an dem neuen Themenkomplex Einwanderung zu verzeichnen. Auch die aktuelle Sonderausstellung „Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930“, die gemeinsam mit dem Centrum Judaicum in Berlin konzipiert wurde, erfreut sich nationaler Beachtung. Trotz einer viermonatigen Baustelle vor dem Museum und rückläufiger Tourismuszahlen in der Region konnte das Deutsche Auswandererhaus auch 2012 wieder rund 200.000 Besucher begrüßen. „Wir sind froh, dass wir unsere Besucherzahlen seit Jahren halten können. Dafür entwickeln wir unsere Dauerausstellung kontinuierlich weiter und präsentieren pro Jahr meistens zwei Sonderausstellungen“, sagt Dr. Simone Eick, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses. Die nächste große Ausstellung wird ab Ende September 2013 zu sehen sein und widmet sich dem Einwanderungsland Australien.

„Speisen auf Reisen“ – Kinder erfinden „Einwanderungsrezepte“

Sonderausstellung zum bundesweiten Wettbewerb mit GEOlino bis zum 31. Januar 2013 im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven

Montag, 26. November 2012 PDF Zip-Datei mehr lesen

Eine Ausstellung, die man auch schmecken kann? Die neue Sonderausstellung „Speisen auf Reisen“, die das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven vom 25. November 2012 bis zum 31. Januar 2013 zeigt, macht genau das möglich. Die Schau im Museumsrestaurant „Speisesaal Steak & Fish“ ist das Ergebnis des fünften Kinderwettbewerbes, den das Erlebnismuseum gemeinsam mit dem Kindermagazin GEOlino ausgerichtet hat.

Im Rahmen der Reihe „Kinder und Migration“ ging es diesmal um die Frage, wie die von Einwanderern mitgebrachten Rezepte, Gewürze und Speisen die Küche des neuen Heimatlandes prägen und verändern können. Das Deutsche Auswandererhaus und GEOlino haben deshalb Kinder dazu aufgerufen, sich ihr ganz persönliches „Einwanderungsrezept“ auszudenken. Dieses sollte auf fantasievolle Weise typische deutsche Gerichte mit den Zutaten anderer Länder kombinieren. Museumspädagogin Karin Heß erläutert die diesjährige Wettbewerbsidee: „Die eigene Esskultur ist immer ein wichtiger Bestandteil der Identität von Aus- und Einwanderern. Speisen auf Reisen greift genau diesen Aspekt auf und ermöglicht somit einen spielerischen Zugang zum Thema Aus- und Einwanderung.“

Gesucht wurden beim Wettbewerb die Gewinner für die Kategorien „Warme Speisen“, „Kalte Speisen“ und „Süßspeisen“. Gefragt war hier vor allem Kreativität der Wettbewerbsteilnehmer und schmecken sollten die Rezeptvorschläge selbstverständlich auch. Zur Auswahl der Gewinner haben das Deutsche Auswandererhaus und GEOlino deshalb die besten Einsendungen zusammen mit zwei Profiköchen nachgekocht und probiert. Die drei Gewinnergerichte standen bisher noch auf keiner Speisekarte, doch nun können sie von den Gästen im Museumsrestaurant gekostet werden. Während des Ausstellungszeitraumes werden die Kreationen der drei Erstplatzierten im Wechsel angeboten und laden zu kulinarischen Neuentedeckungen ein. GEOlino-Redakteurin Verena Linde freut sich über die Ergebnisse des Wettbewerbs: „Unsere Leser sind großartig! Nicht nur ihre Gerichte, ich meine auch ihren Humor. Mit ‚Kraut und Rüben Wan Tans’ oder ‚Pfannkuchensushi’ macht eine Speisekarte erst so richtig Spaß.“

Den ersten Platz unter den „Warmen Speisen“ belegte Johanna Bucher (11) aus Langenbach in Bayern mit ihrem „Yorkshire-Pudding mit Schwarzwaldschinken“. Normalerweise wird das englische Backwerk als Beilage gereicht, doch mit Schwarzwälder Schinken und Spinat gefüllt ergibt es ein schmackhaftes Hauptgericht. Köchin will die Gewinnerin übrigens gar nicht werden, stattdessen lieber Astronautin: „Vielleicht gibt es meine Erfindung ja auch einmal als Tütengericht“, sagt sie. Astronautennahrung würde jedenfalls gut zum Wettbewerbsmotto „Speisen auf Reisen“ passen. Die elfjährige Hannah Herrmann aus Aichach in Bayern ist die Erfinderin des „Toskanisch-Bayerischen Brezensalat mit Weißwurstradel“ und damit die Siegerin unter den Kaltgerichten. Inspiriert hat sie das traditionelle bayerische Weißwurstfrühstück und der typische toskanischen Brotsalat aus Italien. Unter dem italienischen Namen„Panzanella bavarese“ hat sie die Zutaten beider Gerichte zu einem ebenso wohlklingenden wie leckeren Rezept verbunden. Das Dessert bieten die Geschwister Emil (8) und Annika (10) Wefer aus Oldenburg mit einer norddeutsch-italienischen Kombination namens „Spaghetti-Grützonese“ an: In Vanille-Sahnemilch gekochte Pasta wird mit roter Grütze und gehackten Mandeln als süßes Gericht serviert.

Neben den drei Gewinnergerichten können sich die Besucher der Sonderausstellung und Gäste des „Speisesaal Steak & Fish“ von 21 weiteren Rezepten inspirieren lassen. Sie finden sich auf den Tischsets und sind von der Bremer Kinderbuchautorin Anke Bär illustriert worden. „Schweinswürstchen-Sushi“, ein „Spätzle-Hotdog“ oder „Pizzaknödel auf Biersauce“ sind nur einige weitere Beispiele für die ausgefallenen Mixgerichte, die sich die teilnehmenden Kinder ausgedacht haben. Wer die Gewinnergerichte zuhause nachkochen möchte, findet sie auf der Homepage des Deutschen Auswandererhauses als Download: www.dah-bremerhaven.de/kinderwettbewerb

Bundesverdienstkreuz für USA-Auswanderer Manfred Schnetzer

Familiengeschichte im Deutschen Auswandererhaus erlebbar

Mittwoch, 7. November 2012 PDF Zip-Datei mehr lesen

Manfred Schnetzer, dessen Biografie die Besucher des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven während ihres Museumsrundgangs begleiten können, ist mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt worden. Generalkonsul Dr. Christian Brecht verlieh dem 77-Jährigen die Auszeichnung für seine Verdienste um die deutsch-amerikanische Freundschaft in dessen Wahlheimat Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio. Dort ist Manfred Schnetzer seit 1995 Vizepräsident der Deutsch-Amerikanischen Bürgervereinigung. Der Verein wurde 1895 gegründet und umfasst 4.000 Amerikaner mit deutschen Wurzeln.

Geboren 1935 in Friedrichshafen am Bodensee, wanderte Manfred Schnetzer gemeinsam mit seiner Mutter und seinen drei Geschwistern am 3. November 1952 nach Amerika aus. In Bremerhaven bestieg die Familie die „America“, zehn Tage später erreichten sie New York. Dort wartete der Vater bereits auf sie – als Flugzeugingenieur war er einige Monate zuvor von der US-Industrie angeworben worden.

Nach Aufenthalten in New York und Portland/Maine fanden die Schnetzers ihre neue Heimat in Cincinnati/Ohio. 1958 nahm Manfred die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an und musste zur Army. 1961 heiratete er Regina Hüffer aus dem Landkreis Cloppenburg; sie war 1953 ganz alleine in die USA ausgewandert. An der Universität studierte Manfred Schnetzer schließlich Maschinenbau und arbeitete fast 40 Jahre sehr erfolgreich bei der Firma „General Electric Aircraft Engines“.

Manfred und Regina Schnetzer leben noch immer in Cincinnati. Die beiden haben sechs Kinder und 13 Enkelkinder. Für sein Engagement in der Deutsch-Amerikanischen Bürgerliga wurde ihm bereits 2006 der „German-American Friendship Award“ verliehen. Sein Pfadfinderhut, den er vor so vielen Jahren als Andenken an seine Heimat mit nach Amerika genommen hatte, ist inzwischen wieder zurück in Deutschland: Auf dem Rundgang durch das Deutsche Auswandererhaus kann man ihn zusammen mit anderen Erinnerungsstücken zur Biografie von Manfred Schnetzer sehen.

Literatur ohne Grenzen: Die globale° 2012 im Deutschen Auswandererhaus

Doppellesung mit Kristin Steinsdóttir und Michael Stavaric: Donnerstag, 22. November 2012, um 19 Uhr

Dienstag, 6. September 2012 PDF Zip-Datei mehr lesen

Zum sechsten Mal ist das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven ein Leseort der globale°. Am Donnerstag, 22. November 2012, präsentieren die Autoren Kristin Steinsdóttir und Michael Stavaric ihre Werke um 19 Uhr im Museum.

„Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.“ Dieser Gedanke des französischen Schriftstellers André Gide könnte auch das Leitmotiv des Literaturfestivals globale° 2012 kaum treffender charakterisieren. Über politische, sprachliche und geistige Grenzen hinweg vereint die globale° Autoren aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen. Den Mut zu Aufbruch und Veränderung bewiesen auch die Millionen Aus- und Einwanderer, deren Geschichte das Deutsche Auswandererhaus erzählt. Das Museum ist daher auch in diesem Jahr wieder ein Leseort der globale° und ein Forum für „Grenzen sprengende“ Prosa und Poesie.

Über die langjährige Kooperation mit dem Deutschen Auswandererhaus sagte Libuse Cerna von Radio Bremen, die das Literaturfestival gemeinsam mit Wolfgang Schlott, Präsident des Exil-P.E.N., organisiert: „Es ist immer die besondere Stimmung im Deutschen Auswandererhaus, die den Lesungen eine einmalige Note verleiht. Es freut uns in diesem Jahr ganz besonders, dass die Vorsitzende des isländischen Schriftstellerverbandes nach Bremerhaven kommt.“

Die Doppellesung findet in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Isländischen Gesellschaft Bremerhaven/Bremen statt. Die isländische Erfolgsautorin Kristin Steinsdóttir präsentiert ihren autobiografisch geprägten Roman „Im Schatten des Vogels“ und erzählt darin auf poetische Weise die Geschichte einer Frau zwischen Heimatgefühl und Fernweh im Island des 19. Jahrhunderts. Ein Thema, das sich gut in das Deutsche Auswandererhaus einfügt, wie Museumsdirektorin Simone Eick erklärt: „Von der Kluft zwischen alter und neuer Heimat erzählen auch die in unserer Ausstellung vorgestellten Aus- und Einwanderbiografien.“ Die im Jahr 1946 in Island geborene Steinsdóttir hat ihre eigene Wanderungsgeschichte zu erzählen. 1972 ging die Autorin für sechs Jahre nach Göttingen, um Deutsch und Dänisch zu studieren. Von dort zog sie mit ihrer Familie nach Norwegen; heute lebt sie in der isländischen Hauptstadt Reykjavík. Eine ebenso hohe Beweglichkeit zeigt Steinsdóttir beim Wechsel zwischen den Literaturgenres. Nachdem sich die Isländerin zunächst einen Namen als Kinderbuchautorin gemacht hatte, begann sie auch für ein erwachsenes Publikum zu schreiben. „Im Schatten des Vogels“ ist ihr drittes Buch für Erwachsene, das aber zugleich Kindheitserfahrungen aufgreift. Steinsdóttir erhielt zahlreiche Literaturpreise, darunter den Isländischen Kinderbuchpreis 1987, den Nordischen Kinderbuchpreis 2003 und den Isländischen Frauenliteraturpreis 2011 für „Im Schatten des Vogels“.

Zwischen unterschiedlichen Welten wandert auch der 1972 im tschechischen Brno geborene Autor Michael Stavaric. Der Schriftsteller emigrierte 1979 mit seinen Eltern nach Österreich und studierte dort Bohemistik und Publizistik. Beruflich war Stavaric für die Tschechische Botschaft in Wien tätig und arbeitete gleichzeitig über zehn Jahre als Lehrbeauftragter für Inline-Skating an der Sportuniversität Wien. Der vielseitige Literat liest im Deutschen Auswandererhaus aus seinem Gedichtband „Flügellos“, der zum Nachdenken über die Liebe und deren Unmöglichkeit auffordert. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen hat der Autor im März 2012 den Adalbert-von-Chamisso-Preis verliehen bekommen. Der Literaturpreis würdigt herausragende Autoren, deren Muttersprache nicht die Deutsche ist, die aber in dieser Sprache das Medium ihres künstlerischen Ausdrucks gefunden haben.

Die Doppellesung auf einen Blick:
Termin: Donnerstag, 22. November 2012, 19 Uhr
Autoren: Kristin Steinsdóttir / „Im Schatten des Vogels“
Michael Stavaric / „Flügellos“
Moderation: Karsten Binder, Radio Bremen
Karten: 6,00 EUR / erm. 4,00 EUR
Internet: www.dah-bremerhaven.de/globale

Das Deutsche Auswandererhaus unterwegs auf der Insel Föhr

Sonderausstellung über Aus- und Rückwanderer von Amrum und Föhr bis Februar 2013 zu Gast im Friesen-Museum

Freitag, 7. September 2012 PDF mehr lesen

Die vom Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven konzipierte Sonderausstellung „Nach New York: ‚In Hamburg kannten wir doch keinen.’ Aus- und Rückwanderer von Amrum und Föhr“ ist zu Gast im Friesen-Museum auf Föhr. Dort ist sie bis zum 28. Februar 2013 in Wyk zu sehen.

Die Ausstellung erzählt von sechs Lebenswegen, die von Föhr und Amrum nach Amerika und wieder zurück führten. Hörstationen, Objekte und Fotos von damals und heute lassen dieses interessante Kapitel der Nordfriesischen Geschichte lebendig werden.

In fast jeder Familie auf Föhr und Amrum finden sich ein oder sogar mehrere Auswanderer. Die Insulaner gingen aus Tradition ins ferne New York, statt ins nahe gelegene Hamburg. In ihrer Tradition als Seefahrer und Walfänger waren sie es gewohnt die Insel zu verlassen, um nach neuen Erwerbsmöglichkeiten zu suchen. Viele waren neugierig auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, dem Goldrausch verfallen oder hofften auf bessere Arbeits- und Lebensbedingungen auf der anderen Seite des Ozeans.

Nach einigen Jahren kehrten die „Auswanderer auf Zeit” zurück auf ihre Inseln: aus Heimweh, um ihre Familien zu unterstützen oder den elterlichen Hof zu übernehmen. Zahlreiche Erinnerungsstücke an diese spannende und abenteuerliche Zeit, wie der erste verdiente Dollar oder das Rezept für den hausgemachten Kartoffelsalat, haben sie bis heute aufbewahrt.

Zur Ausstellung, die das Deutsche Auswandererhaus im Herbst/Winter 2011/2012 präsentierte, ist ein Katalog erschienen: Heike Götz / Christiane Greve: Unsere Stadt war New York. Friesen in Amerika, hrsg. von Simone Blaschka-Eick und Katrin Quirin, 132 Seiten (mit Bildern), 9,80 Euro, ISBN: 978-3-00-035787-9.

Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930

Eine Ausstellung der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven

Donnerstag, 23. August 2012 PDF Zip-Datei mehr lesen

Bremerhaven/Berlin, 23. August 2012 – Millionen Mädchen und junge Frauen aus Europa verlassen in den Jahren um 1900 ihre Heimat: Sie reisen aus Hessen nach Kalifornien, aus Russland nach New York oder aus Galizien nach Buenos Aires, um dort ihr Glück und eine neue Existenz zu suchen. Für Zehntausende von ihnen führt der Weg in die Prostitution. Mit der gemeinsamen Ausstellung „Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930“ widmen sich die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und das Deutsche Auswanderhaus Bremerhaven einem bislang ungeschriebenen und weitgehend unbekannten Kapitel der europäischen Massenauswanderung. Während die Ausstellung in Berlin den Blick auf die Herkunftsorte der jungen Frauen richtet, legt Bremerhaven den Schwerpunkt auf die Emigration und Zielländer.

„Der Gelbe Schein“, ein umgangssprachlicher Ausdruck für den Prostituierten-Ausweis im vorrevolutionären Russland, ist ein Symbol für die Zwangslage vieler junger Frauen in jener Zeit: Ein Umzug vom Shtetl in Städte wie Moskau oder St. Petersburg war Jüdinnen in Russland offiziell nur erlaubt, wenn sie sich als Prostituierte registrieren ließen. Auch in Österreich-Ungarn und im Deutschen Reich wurde die Suche nach einer neuen Existenzmöglichkeit für junge Mädchen aus den ärmeren Bevölkerungsschichten oft zur riskanten Gratwanderung. Denn junge Frauen aus Europa waren im Sexgewerbe in der Neuen Welt begehrt: Sie glichen den akuten Männerüberschuss aus. Viele Freier bevorzugten zudem Prostituierte aus ihren Herkunftsländern.

Sophia Chamys’ Leidensweg beginnt im Alter von 13 Jahren: In Warschau erlaubt ihr Vater einem fremden Herrn, Sophia als Hausmädchen zu engagieren. Isaak Boorosky zwingt sie kurz darauf zur Prostitution und schickt sie nach Buenos Aires – ihr Weg führte über Bremerhaven. Im Alter von 15 Jahren kehrt sie hochschwanger nach Europa zurück. Meta Stecher ist 15 Jahre alt, als sie im April 1913 erschöpft und verwahrlost in einem Kinematographentheater in New York aufgefunden wird. Als achtes Kind eines Gastwirts kommt Meta Stecher 1897 in Scharmbeck zur Welt. Nachdem ihre Mutter verstirbt, heiratet ihr Vater ein zweites Mal und zieht nach Geestemünde bei Bremerhaven, in die Leher Chaussee 94. Mehrere Schwestern wandern zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Amerika aus. Meta folgt ihnen 1911. Ihr Vater Fritz Stecher hat die Reise erlaubt und bezahlt. Ganz alleine fährt sie in einer Kabine zweiter Klasse mit der „SS Prinz Friedrich Wilhelm“ nach New York. Sie tritt eine Stelle als Dienstmädchen an, wird entlassen, muss auf der Straße schlafen – und gerät in die Gewalt von Männern, die sie einsperren, vergewaltigen und zur Prostitution zwingen. Paula Waismann wird 1925 in Danzig gemeinsam mit einem Mann namens Schulem Babki festgenommen: Er hatte der 19-Jährigen versprochen, sie zu heiraten und nach Paris zu bringen. Aber in ihrem gefälschten Pass findet sich ein Visum nach Mexiko. Dort sollte sie wohl an ein Bordell verkauft werden.

So wie diesen drei jungen Frauen ergeht es Zehntausenden, die zwischen 1860 und 1930 auch via Bremerhaven oder Hamburg in die Neue Welt fahren. Mit Gewalt verschleppt, mit märchenhaften Versprechen verführt oder aus freien Stücken? Die Diskussion darüber wurde schon damals vehement geführt.

Im Zentrum beider Ausstellungen, in Berlin wie in Bremerhaven gleichermaßen, stehen die Schicksale von „allein reisenden Mädchen“ – und die Geschichten der Männer und Frauen, die mit ihnen Geld verdienten. Ihr Leben hat oft nur wenige Spuren hinterlassen: ein Foto, ein Polizeiprotokoll, eine Zeitungsnotiz, einen Brief. In jahrelangen Recherchen hat das Ausstellungsteam um die Kuratorin Irene Stratenwerth in Archiven in Berlin, Bremen und Hamburg, in Genf, Wien, Czernowitz, Odessa und Buenos Aires nach solchen Lebenszeugnissen gesucht. Die berührende Schau – gestaltet und eingerichtet von Studio Andreas Heller, Architects und Designers in Hamburg – macht die Hoffnungen, Sehnsüchte und Illusionen derjenigen spürbar, die zum Aufbruch in die Neue Welt nur eine einzige Möglichkeit hatten: ihren eigenen Körper zu verkaufen. Mit Bildern, Texten, Landkarten, Briefen und Audiodokumenten – unter anderem gesprochen von dem Schauspieler Peter Lohmeyer – gelingt eine Annäherung an die Lebensschicksale der „allein auswandernden Mädchen“. Auch unternahm der Filmemacher Ciro Cappellari eine Spurensuche in Buenos Aires, Rosario, Lemberg und Odessa, aus der eine Videoinstallation entstanden ist.

Die Ausstellung läuft zeitgleich in Bremerhaven und Berlin, um die räumliche und zeitliche Dimension des Themas Mädchenhandel zu verdeutlichen. Jeder Ausstellungsort schafft eine eigene Atmosphäre: In Berlin steht sie auf der ehemaligen Frauenempore der Synagoge an einem ehemals religiösen Ort. In Bremerhaven, dem einst größten Auswandererhafen des europäischen Festlandes, spürt man das Meer und den Aufbruch und ahnt, dass Hoffnungen sich nicht immer erfüllten.

Das Projekt wurde durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven wird die Ausstellung am 26. August 2012 eröffnet und ist ab dem 27. August für die Besucher zu sehen. Bereits seit dem 19. August 2012 wird die Schau im Centrum Judaicum Berlin im Rahmen und mit Unterstützung der Jüdischen Kulturtage gezeigt. Der Begleitband „Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930“ ist in der „edition DAH“, der Schriftenreihe des Deutschen Auswandererhauses, erschienen und kostet 14,80 Euro (ISBN 978-3-00-0388019).

Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven: 27.08.2012 – 28.02.2013
Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum: 19.08.2012 – 30.12.2012

Deutsches Auswandererhaus
Ilka Seer
Tel.: 0471 / 90 22 0 – 207
E-Mail: i.seer@dah-bremerhaven.de

Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum
Sarah Fischer
Tel.: 030 / 880 28 – 316
E-Mail: s.fischer@centrumjudaicum.de

Speisen auf Reisen

Gepfefferte Ideen dringend gesucht!

Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven und GEOlino starten fünften gemeinsamen Kinderwettbewerb

Dienstag, 31. Juli 2012 PDF mehr lesen

Menschen, die in einem anderen Land ein neues Zuhause suchen, bringen immer auch ein Stück ihrer alten Heimat mit. Das vertraute Essen ist dabei ganz besonders wichtig. Doch wie prägen eigentlich die von Einwanderern mitgebrachten Rezepte die Küche des neuen Heimatlandes?

Das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven und das Kindermagazin GEOlino reden deshalb nicht lange um den heißen Brei und rufen Kinder dazu auf, sich ihr ganz persönliches „Einwanderungsrezept“ auszudenken. Wie können typische deutsche Zutaten mit den Speisen anderer Länder zu einem kreativen und leckeren Gericht kombiniert werden? Ob Bratwurst-pizza oder Kaiserschmarren mit Kaktusfeigengrütze – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hauptsache, es schmeckt!

Das Erlebnismuseum und GEOlino suchen die besten internationalen Mix-Gerichte in den Kategorien Kalte Speisen, Warme Speisen und Süßspeisen. Wer am Wettbewerb teilnehmen möchte, schickt einfach einen kurzen Steckbrief des Gerichts, das Rezept und ein Foto, auf dem der Koch und seine Mahlzeit zu sehen sind, an GEOlino in Hamburg. In einem Kochduell ermittelt die Jury die Sieger der jeweiligen Kategorien. Die 24 besten Rezepte werden dann ab dem 3. November 2012 in einer Sonderausstellung im Deutschen Auswandererhaus zu sehen sein. Die drei Gewinnergerichte können sich die Museumsgäste auch auf der Zunge zergehen lassen: Zur Ausstellungseröffnung bereitet sie der Küchenchef des Museumsrestaurants eigenhändig zu!

Auf die kreativsten Köche warten schmackhafte Preise: Die drei Erst-platzierten gewinnen ein Wochenende mit ihrer Familie in der Seestadt Bremerhaven. Auch die Zweitplatzierten und alle anderen, die sich unter die besten 24 gekocht haben, können sich auf attraktive Preise freuen. Zur feierlichen Ausstellungseröffnung sind natürlich alle Wettbewerbs-teilnehmer ganz herzlich eingeladen.

Der Wettbewerbsaufruf und die Teilnahmebedingungen sind in der Augustausgabe von GEOlino und unter www.geolino.de/kochwettbewerb nachzulesen. Einsendeschluss ist der 15. September 2012.

Mit freundlicher Unterstützung von „Havenhostel Bremerhaven“.

Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930

Eine Ausstellung der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven

Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum: 19.08.2012 – 30.12.2012
Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven: 27.08.2012 – 28.02.2013

Dienstag, 31. Juli 2012 PDF mehr lesen

Berlin/Bremerhaven, im Juli 2012 – Millionen Mädchen und junge Frauen aus Europa verlassen in den Jahren um 1900 ihre Heimat: Sie reisen aus Hessen nach Kalifornien, aus Russland nach New York oder aus Galizien nach Buenos Aires, um dort ihr Glück und eine neue Existenz zu suchen. Für Zehntausende von ihnen führt der Weg in die Prostitution.

„Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930“ ist eine gemeinsame Ausstellung der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und des Deutschen Auswanderhauses Bremerhaven. Sie greift ein bislang ungeschriebenes und weitgehend unbekanntes Kapitel der europäischen Massenauswanderung auf. „Der Gelbe Schein“, ein umgangssprachlicher Ausdruck für den Prostituierten-Ausweis im vorrevolutionären Russland, ist ein Symbol für die Zwangslage vieler junger Frauen in jener Zeit: Ein Umzug vom Shtetl in Städte wie Moskau oder St. Petersburg war Jüdinnen in Russland offiziell nur erlaubt, wenn sie sich als Prostituierte registrieren ließen. Auch in Österreich-Ungarn und im Deutschen Reich hatten junge Mädchen aus den ärmeren Bevölkerungsschichten oft keine andere Überlebenschance, als ihren Körper zu verkaufen. Eine Auswanderung in die Neue Welt wurde für sie fast immer zur riskanten Gratwanderung: Sie suchten Arbeit in Privathaushalten, Gaststätten oder Tanzpalästen und landeten im Bordell. Mit Gewalt verschleppt, mit märchenhaften Versprechen verführt oder aus freien Stücken? Die Diskussion darüber wurde schon damals vehement geführt. Um die Wende zum 20. Jahrhundert bildeten sich zahlreiche Komitees und Initiativen zur Bekämpfung des „internationalen Mädchenhandels“.

In jahrelangen Recherchen hat das Ausstellungsteam um die Kuratorin Irene Stratenwerth nach Spuren gesucht, die vom Leben dieser Mädchen und jungen Frauen erzählen – und von den Männern und Frauen, die mit ihnen Geld verdienten. Oft ist nicht mehr als ein einzelnes Fragment geblieben: ein Foto, ein Polizei- oder Gerichtsprotokoll, eine Zeitungsnotiz, ein Brief.

Und doch entsteht aus den Fundstücken aus Archiven, unter anderem in Berlin, Hamburg, Genf und Wien, in Czernowitz, Odessa und Buenos Aires, eine berührende Schau, gestaltet und eingerichtet von Studio Andreas Heller, Architects und Designers in Hamburg. Mit Bildern, Texten, Landkarten, Briefen und Audiodokumenten gelingt eine Annäherung an die Lebensschicksale der „allein aus-wandernden Mädchen“. Erstmals werden auch zwei in einem Archiv in St. Petersburg aufgefundene Varianten des „Gelben Scheins“ von 1875 und 1894 in Deutschland präsentiert.

Die Ausstellung, die in Berlin und Bremerhaven zeitgleich, aber mit verschiedenen Schwerpunkten gezeigt wird, behandelt auch einen wichtigen Ausschnitt der jüdischen Sozialgeschichte: Fast vier Millionen Juden wanderten bis 1930 aus Osteuropa aus. Die meisten von ihnen gehörten zu den Ärmsten der Armen.

Das Projekt wird durch die Kulturstiftung des Bundes ermöglicht. Die Ausstellungseröffnung im Centrum Judaicum Berlin findet am 19. August 2012 im Rahmen und mit Unterstützung der Jüdischen Kulturtage statt. Im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven wird die Schau am 26. August 2012 eröffnet und ist ab dem 27. August für die Besucher zu sehen. Ein Begleitband erscheint in der Schriftenreihe des Deutschen Auswandererhauses.

Kuratorin: Irene Stratenwerth – unter Mitwirkung der Direktoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum sowie des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven.

Pressekontakte:

Deutsches Auswandererhaus
Ilka Seer
Tel.: 0471 / 90 22 0 – 207
E-Mail: i.seer@dah-bremerhaven.de

Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum
Sarah Fischer
Tel.: 030 / 880 28 – 316
E-Mail: s.fischer@centrumjudaicum.de

Feierliche Übergabe der „Theone“ durch den Freundeskreis Deutsches Auswandererhaus e.V.

Ein Schiffsmodell als Jubiläumsgeschenk des Freundeskreises

Donnerstag, 21. Juni 2012 Zip-Datei PDF mehr lesen

Der Freundeskreis Deutsches Auswandererhaus e.V. feierte im Jahr 2010 sein 25-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums beschloss der Verein, dem Deutschen Auswandererhaus ein besonderes Geschenk zu vermachen – ein Modell der Bark „Theone“. Nach über zwei Jahren Bauzeit war es nun soweit: Der Freundeskreis überreichte die „Theone“ am Donnerstag, 21. Juni 2012, dem Deutschen Auswandererhaus. Der Vorstand des Freundeskreises, Michael Arzenheimer zeigte sich erfreut über die nunmehr erfolgte Übergabe: „Schön, dass die Vereinsmitglieder die Sammlung des Hauses mit einem stilvollen Beitrag bereichern können. Besonders freut uns, dass das Schiff einen so prominenten ‚Heimathafen’ bekommt und auf diese Weise unsere enge Verbundenheit mit dem Deutschen Auswandererhaus sichtbar ausdrückt.“

Vor etwa 30 Gästen enthüllte die Museumsdirektorin Dr. Simone Eick das Schiffsmodell gemeinsam mit dem Vorstand des Freundeskreises. Das aus Holz angefertigte Schiff kann von nun an im Foyer des Museums betrachtet werden. Simone Eick würdigte das langjährige Engagement des Freundeskreises für das Museum und dankte dem Verein für das Modell. „Mit der Theone können wir unseren Besuchern einen typischen Auswanderersegler aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zeigen. Gleichzeitig unterstreicht der Freundeskreis mit der Schiffsübergabe seine nachhaltige Unterstützung für das Deutsche Auswandererhaus“ sagte Simone Eick. Das von der Firma Heidenreich im Maßstab 1:50 angefertigte Modell besticht durch seine Detailtreue und ergänzt damit die drei bereits vorhandenen Modelle von Auswandererschiffen kleineren Maßstabs in der Ausstellung.

Die Bark „Theone“ wurde von der Bremerhavener Tecklenborg-Werft gebaut und lief am 24. Juni 1864 für die Bremer Firma Bauer & Sohn vom Stapel. Wenige Wochen später, am 23. August 1864, brach sie mit 259 Passagieren zu ihrer Jungfernfahrt nach New York auf, wo sie nach 35 Reisetagen einlief. Zwischen den Jahren 1864 bis 1868 sind für die „Theone“ mindestens vier Fahrten von Bremerhaven nach New York mit insgesamt 993 Passagieren an Bord nachweisbar. Die meisten von ihnen waren Auswanderer. Auch von anderen europäischen Häfen steuerte der Segler New York an. Im Dezember 1869 brach auf der im Hafen von Rotterdam liegenden „Theone“ ein Feuer aus, wodurch das mit Petroleum beladene Schiff vollständig zerstört wurde.

Der Freundeskreis wurde – damals noch unter dem Namen Förderverein Deutsches Auswanderermuseum – 1985 unter anderem von Jürgen Rudloff in Bremerhaven gegründet und anlässlich der Eröffnung des Museums 2005 in „Freundeskreis Deutsches Auswandererhaus“ umbenannt. Er setzte sich zum Ziel, in der Seestadt ein Auswanderermuseum zu errichten. Über die Jahre richtete der Verein eine Bibliothek ein, baute ein umfassendes Archiv von Auswandererbriefen auf, beantwortete Anfragen zu Auswanderern, die bald aus allen Himmelsrichtungen eintrafen, organisierte Ausstellungen und Vorträge und trug vor allem eine Grafiksammlung mit Darstellungen von Auswandererszenarien aus dem 19. Jahrhundert zusammen, die zu einer der bedeutendsten in Deutschland gehört. Die Bibliothek und das Archiv wurden dem Museum als Dauerleihgaben überlassen.

Wer den Freundeskreis Deutsches Auswandererhaus e. V. unterstützen möchte, wendet sich bitte an:
Michael Arzenheimer
Telefon 0471 / 9489101
E-Mail: info@freundeskreis-dah.de.
www.freundeskreis-dah.de

Swinging in the Museum

Musik und Kinderprogramm am Abend der Langen Nacht der Kultur

Samstag, 2. Juni 2012 Zip-Datei PDF mehr lesen

Am Abend der Langen Nacht der Kultur – am Samstag, dem 2. Juni 2012 – holt das Deutsche Auswandererhaus den Swing ins Museum. Der Bremerhavener Jazzmusiker Jörg Seidel wird zusammen mit zwei befreundeten Musikern das Haus ab 20.00 Uhr mit swingendem Jazz erfüllen. Am Saxophon tritt Volker Bruder auf, der den Bremerhavenern auch als Mitglied der „Swingin’ Fireballs“ bekannt ist und als einer der besten Saxophonisten des Swing gilt. Oliver Poppe, einst Meisterschüler von Joe Dinkelbach an der Musikhochschule Bremen, wird das Trio als Jazz-Organist komplettieren. Mit seiner beeindruckenden Technik und der enormen Musikalität gehört er heute zu den stärksten Piano-Stimmen der deutschen Szene. Bei schönem Wetter spielt das Ensemble auf der Außenterrasse des Museums und sorgt vor der Kulisse des Neuen Hafens für ein einzigartiges Ambiente. Bei schlechtem Wetter findet das Konzert im Foyer statt.

Auf Kinder warten märchenhafte Reisen in andere Welten. Denn ab 17.30 Uhr zeigt das Deutsche Auswandererhaus im New York-Saal tschechische Kinderfilmklassiker: „Luzie, der Schrecken der Straße“, „Die Märchenbraut“ und „Pan Tau“. Hintergrund der Filmauswahl ist eine neue Einwanderungsgeschichte, die Besucher schon bald in der Ausstellung entdecken können. Sie erzählt von der Flucht einer tschechischen Familie nach Deutschland, die 1968 im Radio vom Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen hörte und schon bald darauf in die BRD floh. Das Radiogerät können Besucher erstmals am Abend der Langen Nacht sehen.

Das Programm auf einen Blick

Kino für die Kleinen. Tschechische Kinderfilmklassiker:
17.30 Uhr: Luzie, der Schrecken der Straße (30 min.)
18.30 Uhr: Die Märchenbraut (30 min.)
19.30 Uhr: Pan Tau (30 min.)

Swing und Jazz mit Jörg Seidel & Friends: Ab 20.00 Uhr jeweils zur vollen Stunde. Letzter Auftritt: 23.00 Uhr.

Der Eintritt ist frei.
Die Dauerausstellung ist während der Veranstaltung nicht geöffnet.

„Martha“ jetzt auch als Taschenbuch

30.05.2012 PDF mehr lesen

Die Geschichte von Martha aus Bremerhaven, die 1923 als 17-Jährige in die USA auswanderte, dort zwei Jahre später Willy Seegers aus Hameln heiratete und mit ihm eine Bäckerei in New Jersey führte, gehört zu den Biografien auf dem Rundgang im Deutschen Auswandererhaus, die besonderes Interesse wecken. Das Buch „Martha – Geschichte einer Auswanderung“, von der 17 Jahre jüngeren Schwester Hanna Wolff erstmals 2005 im NW-Verlag veröffentlicht, fand in zwei Hardcover-Ausgaben ebenfalls eine begeisterte Leserschaft.

Dieses Buch ist jetzt als Paperback erschienen. Die Taschenbuchausgabe wurde um acht Seiten erweitert: Katrin Quirin, die Sammlungsleiterin des Deutschen Auswandererhauses, informiert in dem zusätzlichen Kapitel über die Autorin Hanna Wolff und das preisgekrönte Erlebnismuseum. Darüber hinaus bleibt die Freude an der mit vielen Fotos und Zeitungsausschnitten angereicherten Lebensbeschreibung, die Marthas ersten Heimatbesuch 1936 ebenso einfühlsam beschreibt wie die Nachkriegszeit und die Rückkehr der kranken Seniorin 1985 nach Bremerhaven. Dort starb sie 1987.

Das Buch mit 206 Seiten ist für 9,95 Euro im Shop des Deutschen Auswandererhauses und beim NW-Verlag erhältlich.

Das Buch:
„Martha“. Geschichte einer Auswanderung hg. von Hanna Wolff
Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW, 2012
ISBN 978-3-86918-202-5
206 Seiten
9,95 Euro

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20.04.2012 Zip-Datei PDF mehr lesen

Das Deutsche Auswandererhaus präsentiert ab sofort auch 300 Jahre Einwanderungsgeschichte Wie werden Aus- zu Einwanderern? Wie lebt man sich in einem neuen Heimatland ein? Und wie ergeht es den Kindern und nachfolgenden Generationen? Diese und weitere Fragen beantwortet ab dem 22. April 2012 das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven. Mit seiner bedeutenden Erweiterung um 300 Jahre Einwanderungsgeschichte ist das 2005 gegründete Haus ab sofort das erste Migrationsmuseum in Deutschland. Und in Europa – denn bislang gibt es kein Museum, das sich zugleich den zwei Aspekten der Migration widmet: der Aus- und der Einwanderung. Ein neues Gebäude zeigt jetzt 300 Jahre Einwanderungsgeschichte nach Deutschland. Zudem ist die bereits bestehende Dauerausstellung um 300 Jahre Einwanderung in die USA ergänzt worden.

Mit zwei Millionen Euro beteiligt sich der Bund an der Erweiterung des Deutschen Auswandererhauses. Auch das Land Bremen steuert mit Unterstützung des EFRE-Programms zwei Millionen Euro bei. Die private Betreibergesellschaft „Paysage House 1 – Gesellschaft für Kultur und Freizeit mbH & Co. KG” finanziert mindestens 500.000 Euro. Das Erlebnismuseum in Bremerhaven zu unterstützen, ist für Bürgermeister Jens Böhrnsen, Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen, eine wichtiges Signal – für das Land Bremen, die Stadt Bremerhaven und das Deutsche Auswandererhaus: „Migration und Integration sind hochaktuelle Themen – nicht nur bei uns in Deutschland, sondern weltweit. Das Deutsche Auswandererhaus leistet zum Verständnis dieser Prozesse einen wichtigen Beitrag. Ich bin zuversichtlich, dass der Erweiterungsbau die bisherige Erfolgsgeschichte dieser Einrichtung in Bremerhaven fortschreiben wird. Davon profitieren nicht nur die Havenwelten und Bremerhaven, davon profitieren auch das Land Bremen und die ganze Region“, sagt Böhrnsen.

Die Seestadt Bremerhaven stellt dem preisgekrönten Museum das Grundstück kostenfrei zur Verfügung. Oberbürgermeister Melf Grantz sagt dazu: „Der Erweiterungsbau des Deutschen Auswandererhauses ist für die Stadt Bremerhaven eine gute Investition in die touristische Zukunft. Durch die vergrößerte und interessante Ausstellung werden noch mehr Menschen zu uns kommen, um die spannende Geschichte von Emigration und Immigration zu erleben. Mit dem Thema ‚Einwanderung’ haben die Ausstellungsmacher im neuen Anbau einen intelligenten Schwerpunkt gesetzt, der das bisherige Angebot im Deutschen Auswandererhaus perfekt ergänzt und erweitert.“

Endete die Zeitreise für die Museumsbesucher bislang bei der Ankunft der deutschen Auswanderer in der Neuen Welt, reisen sie nun weiter in das Landesinnere der USA. Der Weg führt sie an einen Ort, der „das Tor zum amerikanischen Kontinent“ genannt wurde: Grand Central Terminal in New York. 1913 eröffnet, ist dies ein Ort des Ankommens wie des Aufbrechens. Ein Ort, an dem alle gesellschaftlichen Schichten aufeinander treffen: Arm und Reich, Gläubig und Ungläubig, Jung und Alt. Hier kamen schon damals täglich hunderttausende Amerikaner an oder fuhren ab. Sie hatten europäische, afrikanische oder asiatische Wurzeln.

In diesem Raum erfahren die Besucher jetzt, wie sich die Deutschen in den Vereinigten Staaten einlebten. Wie haben sie sich in ihrem neuen Umfeld sozialisiert, ein neues Zuhause geschaffen, wann die Sprache erlernt, wen geheiratet und wo Arbeit gefunden?

"Fluchtgeschichten" – Das neue Buch in der edition DAH des Deutschen Auswandererhauses

21.03.2012 PDF mehr lesen
Fluchtgeschichten

Mit „Fluchtgeschichten. Aus und nach Deutschland. Biographien und Hintergründe 1933 – 2011” präsentiert das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojektes. Eine zentrale Frage stand im Mittelpunkt: Wie prägt die Erfahrung einer Flucht den zukünftigen Lebensweg? Durch Interviews, umfangreiche Recherchen zum heutigen internationalen Flüchtlingsgeschehen sowie Rückblicke in die Geschichte gibt das Buch Antworten mit einem biographie- und universalgeschichtlichen Ansatz. Als Shahrzad Irani* 1993 auf offener Straße in Teheran verhaftet wird, weil ihre Haare unter dem Kopftuch hervorschauen, lässt sie sich nicht widerstandslos abführen. Sie ist jung, studiert Informatik und hat ihre eigene Meinung zum Thema Koran und Frauen. Nur mit viel Geld gelingt es der Familie, sie aus dem Gefängnis freizukaufen. Shahrzad flieht 1994 – sie möchte nach Kanada, sie landet in Deutschland. Als sie 2006 die Aufenthaltserlaubnis erhält, fühlt sie sich entwürdigt, ist gesundheitlich schwer angeschlagen und nach über zwölf Jahren gezwungenen Nichtstun ohne Perspektive.

Die Jüdin Hertha Nathorff ist bis an ihr Lebensende nach ihrer Flucht aus Deutschland 1939 zutiefst unglücklich, sie spricht sogar davon, dass sie doch lieber vergast worden wäre. Die renommierte Berliner Frauenärztin hatte ihren geliebten Beruf und ihr Vermögen verloren, als sie 1940 in New York an Land ging. In den nächsten Jahren arbeitete sie als Putzfrau, um ihren Sohn und ihren Mann durchzubringen. Zwei Frauen, zwei sehr unterschiedliche Gründe für eine Flucht. Dazwischen liegen Jahrzehnte, in denen in der Bundesrepublik ab 1949 ein großzügiges Asylrecht aufgrund der eigenen nationalsozialistischen Geschichte galt, das 1993 stark eingeschränkt wurde. Die offenen Arme, mit denen viele Westdeutsche die „Boat People“ in den 1970er Jahren noch aufgenommen hatten, waren inzwischen verschlossen. Die Wiedervereinigung, die Aufnahme von Millionen Spätaussiedlern und die Pogrome von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen ließen scheinbar keinen politischen Spielraum mehr für ein großzügiges Asylrecht. Solche und weitere Zusammenhänge möchte das Buch „Fluchtgeschichten” mit insgesamt sieben aktuellen, zwei historischen Biographien und zahlreichen Begleittexten sowie Statistiken aufzeigen.

Karin Heß, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Auswandererhaus, stellte die aktuellen Flüchtlingsbiographien und die umfangreichen Texte zum internationalen Flüchtlingsschutz seit 1945 zusammen. Sie möchte vor allem einen ausgewogenen Zugang ermöglichen: „Sachliche Argumente werden zu oft überlagert von einer schon fast hysterischen Stimmung. Mit unserem Buch möchten wir einen sachlichen aber bewegenden Beitrag zu dieser Debatte leisten und neue Perspektiven eröffnen.”

* Name geändert

Vom Kleinen zum Großen, von der Mikro- zur Makrogeschichte, dieses Konzept, das auch die Dauerausstellung des Deutschen Auswandererhauses trägt, stand im Mittelpunkt des Projektes „Fluchtgeschichten”: „Am leichtesten ist es, die Fakten aufzulisten. Am schwierigsten ist es, den Menschen aus der Zeit vor der Flucht wiederzufinden. Denjenigen, dem seine Freiheit und sein Leben so wichtig waren, dass er alles andere aufgab. Ohne zu wissen, was ihn erwartet”, schreibt Museumsdirektorin und Herausgeberin Simone Blaschka-Eick in der Einleitung.

Der Lebensweg der geflohenen Personen wird in drei Abschnitte aufgeteilt und aus persönlicher Perspektive erzählt: das Leben in der alten Heimat, die Fluchtwege sowie die Ankunft und das Leben im neuen Land. Länderinformationen, ein Glossar zum Asylrecht in der BRD sowie wissenschaftliche Beiträge ergänzen die Biographien und setzen sie in den breiten politischen und gesellschaftlichen Kontext. So zeichnet etwa der renommierte Migrationsforscher Jochen Oltmer, Professor am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück, einen Überblick zum europäischen Asylrecht seit dem 19. Jahrhundert.

In seiner Reihe „edition DAH” veröffentlicht das Deutsche Auswandererhaus seit 2005 in loser Folge Publikationen zu Forschungsfeldern des Museums. Das Buch „Fluchtgeschichten” ist die sechste Veröffentlichung.

Die Publikation wurde durch finanzielle Unterstützung der Stiftung Deutsches Auswandererhaus ermöglicht.

Die Autorinnen stehen Ihnen für weiterführende Fragen und Interviews sehr gerne zur Verfügung. Sprechen Sie uns an, um einen persönlichen Gesprächstermin zu vereinbaren.

„Wilhelms Reise. Eine Auswanderergeschichte“

Lesung und Kostümwettbewerb im Deutschen Auswandererhaus

Faschingssonntag, 19. Februar 2012, 14 Uhr

19.02.2012 PDF mehr lesen

Mit „Wilhelms Reise“ ist jüngst ein reichlich illustriertes Kinderbuch erschienen, das eine Auswanderergeschichte im 19. Jahrhundert erzählt. Am Sonntag, 19. Februar 2012, stellt die Autorin Anke Bär um 14 Uhr im Deutschen Auswandererhaus der Öffentlichkeit erstmals ihr Buch vor. Anlässlich der Lesung findet an dem Faschingssonntag auch ein kleiner Kostümwettbewerb für Mädchen und Jungen statt.

Bremerhaven im Jahr 1872. Um der Armut in seinem kleinen Dorf im Spessart zu entkommen, macht sich der junge Wilhelm auf dem Segelschiff Columbia auf den Weg nach Amerika. Mit dabei ist sein Skizzenbuch, in dem Wilhelm alle Beobachtungen und Erlebnisse an Bord festhält: die Arbeit der Seeleute, Ungeziefer und die Enge im Zwischendeck, Sturm und Flaute, aber auch die Spiele der Kinder und das nächtliche Meeresleuchten. Und schließlich ist der große Tag gekommen: Die Columbia hat den Hafen von New York erreicht! „Wilhelms Reise“ ist ein historisches Sachbilderbuch, das viele spannende Informationen über das große Zeitalter der Auswanderung und das Leben auf einem Segelschiff vermittelt. Die Autorin Anke Bär war über ein mehrwöchiges Projekt am Deutschen Auswandererhaus mit dem Thema der historischen Auswanderung nach Übersee in Berührung gekommen.

Passend zur Karnevalszeit sind Kinder eingeladen, verkleidet zu der Lesung zu erscheinen: als Auswanderer, Schiffsjunge oder -mädchen, Matrose oder Pirat – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hauptsache, es hat etwas mit dem Thema „Schiffsreise“ zu tun ... Die drei besten Kostüme werden ausgezeichnet, die jungen Gewinner erhalten jeweils ein Exemplar von „Wilhelms Reise“.

Um Anmeldung wird gebeten, telefonisch unter der Rufnummer 0471 / 90220-0 oder per E-Mail an: info@dah-bremerhaven.de. Eintritt für die Lesung: 2,50 Euro für Kinder, 3,50 Euro für Erwachsene. Verkleidete Kinder zahlen nur 1,50 Euro. Wer die Lesung mit einem anschließenden Museumsbesuch kombinieren möchte, zahlt insgesamt 10 Euro (Erw.) bzw. 7 Euro (Kinder).

Anke Bär, „Wilhelms Reise. Eine Auswanderergeschichte“, 64 Seiten, 14,95 Euro, ISBN 978-3-8369-5409-9

Deutsches Auswandererhaus bei Europas größter Bildungsmesse „didacta” in Hannover

10.02.2012 PDF mehr lesen

„Bildung Ahoi! Außerschulische Lernorte in Bremerhaven: Deutsches Auswandererhaus und Zoo am Meer“ – mit diesem Vortrag informiert das Erlebnismuseum am Donnerstag, dem 16. Februar 2012, über sein Schulprogramm bei der Bildungsmesse didacta, die in diesem Jahr in Hannover stattfindet. Der Vortrag findet um 16 Uhr im Convention Center auf dem Messegelände, Saal 110, statt.

Mit der Erweiterung seiner Dauerausstellung wird das Deutsche Auswandererhaus ab diesem Frühjahr das erste Migrationsmuseum in Deutschland sein. Neben der Auswanderung aus Deutschland wird dann auch die Einwanderung nach Deutschland thematisiert. Beginnend mit den Hugenotten im 17. Jahrhundert lernen kleine und große Museumsbesucher nicht mehr nur die bewegenden Geschichten von Auswanderern kennen, sondern auch die Schicksale all derer, die aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Deutschland gekommen sind, um hier ein neues Zuhause zu schaffen.

Haben all diese Migranten nicht ähnliche Erfahrungen gesammelt, als sie ihre Familie und Heimat verlassen und sich in der Fremde zurechtfinden mussten – die Deutschen im Ausland und die Zuwanderer in Deutschland? Mit welchen Vorurteilen hatten sie zu kämpfen? Und: Wie wurden Deutschland und die USA durch Migration geprägt und verändert?

„Ab dem Schuljahr 2012/13 werden wir die neuen Themen auch in unserem Schulprogramm aufnehmen. Die didacta ist der beste Ort, um Lehrerinnen und Pädagogen schon jetzt darauf aufmerksam zu machen“, sagt Aislinn Merz, Vertriebsleiterin des Deutschen Auswandererhauses.

Die didacta ist die größte Fachmesse für die Bildungswirtschaft in Europa. Sie finden den Stand des Deutschen Auswandererhauses – gemeinsam mit der BIS Bremerhaven Touristik – in Messehalle 23, Stand A56. Die Messe findet vom 14. bis zum 18. Februar 2012 in Hannover stattfindet und hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Museum sucht DDR-Jeans

09.02.2012 PDF mehr lesen

Für seine neue Dauerausstellung sucht das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven eine von einer vietnamesischen Vertragsarbeiterin handgenähte Jeans aus DDR-Zeiten.

Nach West-Vorbild nähten vietnamesische Vertragsarbeiterinnen Marken- Jeans nach und verkauften die Hosen und Jacken unter der Hand an DDRBürger. Diese „gefälschten“ Westjeans waren gefragt, da die begehrten Westhosen kaum zu bekommen waren.

Die „gefälschten“ Hosen und Jacken kosteten um die 100 bis 150 Ostmark. Sie sind nur anhand des Stoffes und der Reißverschlüsse zu identifizieren und waren ansonsten täuschend echt.

Die Jeans soll dauerhaft in der neuen Ausstellung des Deutschen Auswandererhauses, das im Jahr 2007 als bestes Museum Europas ausgezeichnet wurde, präsentiert werden. In einem neuen Gebäudekomplex wird ab dem Frühjahr die Geschichte der Einwanderung nach Deutschland thematisiert – und in diesem Zusammenhang unter anderem auch der Lebensweg einer vietnamesischen Vertragsarbeiterin in der DDR beleuchtet. Wer auf seinem Speicher, im Keller oder noch aus nostalgischen Gründen im Kleiderschrank eine „gefälschte“ Jeansjacke oder Jeanshose aus der DDR-Zeit aufgehoben hat und sie dem Museum zur Verfügung stellen möchte, schickt sie bitte an: Deutsches Auswandererhaus, Stichwort „Jeans“, Columbusstraße 65, 27568 Bremerhaven.

Zahlen – Daten – Fakten

Betreiber: Paysage House 1 – Gesellschaft für Kultur und Freizeit mbH & Co. KG
Eröffnung: Haupthaus: 8. August 2005
Erweiterung: 21. April 2012
Besucher: mehr als 1,4 Millionen seit Eröffnung
Auszeichnung: Europäischer Museumspreis des Jahres 2007 (EMYA)
Gesamtkonzeption,
Architektur, Ausstellungsgestaltung:
Andreas Heller Architect & Designers, Hamburg
Bauherr: BEAN Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft
Alter/Neuer Hafen mbH & Co. KG
Direktion: Dr. Simone Eick
Ilka Seer (stellvert. Direktion)
Aislinn Merz (stellvert. Direktion, Elternzeit)
Geschäftsführung: Bernhard Jacobsohn
Gebäudehöhe: 13,5 m; Betonschwingen bis zu 24,5 m hoch
Gesamtfläche: Haupthaus: 4.400 qm
Erweiterungsbau: 1.051 qm
Fläche Dauerausstellung: Haupthaus: 2.500 qm
Erweiterungsbau: 971 qm
Neu gestaltete Fläche im Haupthaus und neu gebaute Ausstellungsflächenim Erweiterungsbau: insgesamt 1.900 qm
Gesamtkosten: Haupthaus: 20,5 Mio. Euro
Erweiterung: 4,5 Mio. Euro
Finanzierung der Erweiterung:
• Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (2 Mio. Euro),
• Land Bremen mit Unterstützung des EFRE-Programms (2 Mio. Euro),
• Paysage House 1 – Gesellschaft für Kultur und Freizeit mbH & Co. KG (500.000 Euro)
Materialien: Sichtbeton, Lärchenholzfassade
Biographien: 18 Familiengeschichten deutscher Auswanderer,
15 Familiengeschichten von Zuwanderern nach Deutschland