„SOS Mediterranee“ schickt Flüchtlingsschiff „Aquarius“ ins Mittelmeer

Bremens Bürgermeister Dr. Carsten Sieling und Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz verabschiedeten am 4. Februar 2016 das Flüchtlingsschiff „Aquarius“ für seinen ersten Rettungseinsatz im Mittelmeer.

Die "Aquarius" vor dem Deutschen Auswandererhaus. Foto: Deutsches Auswandererhaus

Das Flüchtlingsschiff „Aquarius“ des Vereins SOS Mediterranee – eine zivilgesellschaftliche Hilfsinitiative – lag am Donnerstag, 4. Februar 2016, vor dem Deutschen Auswandererhaus im Neuen Hafen von Bremerhaven. Von hier aus nimmt die „Aquarius“ nun Kurs aufs Mittelmeer für ihren ersten Rettungseinsatz. 

Bei der Pressekonferenz im Deutschen Auswandererhaus informierten Klaus Platz und Klaus Vogel von „SOS Mediterranee“ über den Verein, die bevorstehende Mission und die große Spendenbereitschaft, die ihnen begegnete, um das Hilfsprojekt verwirklichen zu können.

Die „Aquarius“ wurde 1976/77 als Fischereischutzboot auf der Lürssen-Werft in Bremen gebaut. Sie ist 77 Meter lang und hat einen Tiefgang von 5,6 Metern. Die seemännische Crew wird durch zusätzliches Search-and-Rescue-Personal und einem Team der „Ärzte der Welt“ ergänzt, für deren Einsatz eine Krankenstation an Bord zur Verfügung steht. Als hochseetaugliches Schiff mit viel Platz unter Deck eignet sich die „Aquarius“ besonders für ganzjährige Rettungseinsätze. Diese werden von der Leitstelle Maritime Rescue Coordination Center in Rom koordiniert. Sie organisiert auch, wohin das Schiff die geretteten Personen bringt. Einsatzgebiet des Schiffes wird das Seegebiet zwischen Sizilien, Lampedusa und Libyen sein.

Schon einmal wurde Bremen zum Ausgangspunkt für die Rettung von Schiffbrüchigen, als 1854 vor Spiekeroog die Barg „Johanne“ mit 216 Auswanderern sank und mangels Rettungsmöglichkeiten 84 Menschen ertranken. Knapp hundert Jahre später wurde Bremerhaven ein symbolträchtiger Ort, da von hier aus mehr als 30.000 deutsche und osteuropäische Juden vor dem nationalsozialistischen Terrorregime flohen und in Richtung USA aufbrachen.

Wer „SOS Mediterranee“ unterstützen möchte, kann dies jederzeit gerne tun!

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Klaus Vogel, Carsten Sieling, Melf Granz (v.l.n.r.) bei der Verabschiedung der „Aquarius“ am 4. Februar 2016. Foto: Deutsches Auswandererhaus