Bibliothek zur deutschen Ein- und Auswanderungsgeschichte

Anlässlich seines achten Geburtstages hat das Deutsche Auswandererhauses am 8. August 2013 eine umfangreiche Bibliothek mit Fachliteratur zur Migrationsgeschichte eröffnet. Die neue Bibliothek zur deutschen Ein- und Auswanderungsgeschichte ist eine Präsenzbibliothek und im Max-Kade-Saal des historischen Seeamtes Bremerhaven untergebracht. Dort, direkt gegenüber des Migrationsmuseums am Neuen Hafen, befindet sich auch der Sitz der wissenschaftlichen Abteilung des Museums.

Geschichte der Bibliothek

Über 15 Jahre lang hatte der „Freundeskreis Deutsches Auswandererhaus e.V.“ Literatur rund um die Auswanderungsgeschichte Bremerhavens und Einwanderungsgeschichte Deutschlands gesammelt und so eine beachtliche Forschungsbibliothek aufgebaut. Nach der Eröffnung des Museums im August 2005 übergab der Freundeskreis die Bibliothek mit über 2.500 Büchern dem Deutschen Auswandererhaus als Dauerleihgabe. Seitdem hat das Migrationsmuseum die Büchersammlung kontinuierlich erweitert. Heute umfasst die Bibliothek 5.000 Bände.

Den Grundstock der Bibliothek bildete der Bestand des Amerika-Hauses, den der Freundeskreis Anfang der 1990er Jahre übernommen hatte. Hinzu kamen neben Ankäufen auch Schenkungen durch Privatpersonen oder Unternehmen. So unterstützte etwa die Sparkasse Bremerhaven den Erwerb von „Germans to America“, eine Datensammlung über Einwanderer in die USA aus den Jahren 1850 bis 1888.

Bestände

Die Bibliothek umfasst Sammelbände, Enzyklopädien, Auswandererführer und Monographien aus Deutschland, den USA und Südamerika. Alle Bücher sind fortlaufend nach ihrem Eingangsjahr aufgestellt und können über die hauseigene Datenbank abgefragt werden.

Das älteste Buch, „Gouverneur Philips Reise nach Neu-Südwallis“ von Arthur Philips, stammt aus dem Jahr 1792. In den vergangenen Jahren ergänzte das Deutsche Auswandererhaus die Bibliothek vor allem um aktuelle Forschungsliteratur zur Einwanderung nach Deutschland. Eine der jüngeren Erwerbungen ist die 2013 erschienene Publikation des Migrationsforschers Klaus Bade: „Kritik und Gewalt. Sarrazin-Debatte, ,Islamkritik’ und Terror in der Einwanderungsgesellschaft“. Beide Werke stecken den Rahmen für das breit gefächerte Spektrum, in dem sich die Migrationsforschung inzwischen bewegt. Dieses Spektrum deckt auch die Bibliothek zur deutschen Ein- und Auswanderungsgeschichte am Deutschen Auswandererhaus ab.

Deutsches Auswandererhaus

Das älteste Buch in der Sammlung von 1792 ...
© Sammlung Deutsches Auswandererhaus

... und eine der aktuellen Publikationen aus dem Jahr 2013.
© Wochenschau Verlag

„Der Abschied“, Neu-Ruppiner Bilderbogen, 1840. © Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Ankunft am Hafen von New York, mit Blick auf die Freiheitsstatue; Lithographie um 1890.
© Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Germantown um 1720.
© Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Schenkungen

Sie besitzen Literatur zur deutschen Aus- und Einwanderungsgeschichte und wollen diese dem Deutschen Auswandererhaus für seine Bibliothek spenden? Dann wenden Sie sich mit Ihrem Schenkungsangebot bitte an unseren Mitarbeiter Christoph Bongert. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung!

Öffnungszeiten

Die Bibliothek ist derzeit an dem jeweils zweiten Mittwoch eines Monats von 15 bis 17 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet.

Besucheranschrift

Die Bibliothek zur deutschen Ein- und Auswanderungsgeschichte am Deutschen Auswandererhaus befindet sich direkt gegenüber vom Museum im historischen Seeamt:

H.-H.-Meier-Straße 2 
27568 Bremerhaven 
Tel.: 0471 / 90 22 0 – 0 
E-Mail: info@dah-bremerhaven.de 
Ansprechpartner: Christoph Bongert

Postanschrift

Bibliothek zur deutschen Ein- und Auswanderungsgeschichte 
am Deutschen Auswandererhaus 
Columbusstraße 65 
27568 Bremerhaven

Förderer und Unterstützer

Der „Förderverein des Deutschen Auswanderermuseums“, wie der Freundeskreis ursprünglich hieß, wurde 1985 unter anderem von Jürgen Rudloff in Bremerhaven gegründet und setzte sich damals zum Ziel, in der Seestadt, die einst der größte Auswandererhafen des Kontinents war, ein Auswanderermuseum zu gründen. Heute unterstützt der Freundeskreis das Migrationsmuseum auf wissenschaftlichen, musealen und technischen Gebieten. In regelmäßigen Abständen veranstaltet der Verein Vorträge mit wechselnden Themen zur Migrationsgeschichte, die in den Räumen des Deutschen Auswandererhauses stattfinden.

Der „Initiativkreis Deutsches Auswandererhaus e.V.“ ermöglichte im Jahr 2013 den Ausbau des Max-Kade-Saals, des ehemaligen Richtersaals im historischen Seeamt, zur Präsenzbibliothek. 1998 von 18 lokalen Unternehmern unter dem Namen „Initiativkreis Erlebniswelt Auswanderung“ gegründet, verlieh der „Initiativkreis Deutsches Auswandererhaus“ dem Ziel des Fördervereins, ein Auswanderermuseum zu errichten, besonders in der Politik verstärkten Nachdruck. Heute unterstützt er Vorhaben des Deutschen Auswandererhauses, der „Stiftung Deutsches Auswandererhaus“ sowie museumspädagogische Programme für Bremerhavener Schulen.