Der Gelbe Schein, Mädchenhandel 1860 bis 1930

Sie reisten aus Deutschland nach Kalifornien, aus Österreich-Ungarn nach Südamerika oder aus dem Russischen Reich in die USA: Mädchen und junge Frauen auf der Suche nach einer neuen Existenz. Ihre Auswanderung wurde fast immer zur riskanten Gratwanderung: Sie suchten Arbeit in Privathaushalten, Gaststätten oder Tanzpalästen, doch ihr Weg führte nicht selten in die Prostitution. Mit Gewalt verschleppt, mit märchenhaften Versprechen verführt oder aus freien Stücken? Die Diskussion darüber wurde schon damals vehement geführt.

Dieses Buch macht sich auf die Suche nach Spuren und Dokumenten, die von den Lebenswegen dieser jungen Frauen zeugen. In Fotos, Briefen, Polizeiprotokollen und Zeitungsnotizen werden ihre Hoffnungen, Ängste und Nöte spürbar: Was ihnen in den Jahren 1860 bis 1930 geschah, wirkt heute wieder hochaktuell.

Dieses Buch ist der Begleitband zur gleichnamigen Sonderausstellung, die das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven und die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum gemeinsam konzipierten – gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Irene Stratenwerth
Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930
hrsg. von Simone Blaschka-Eick, Hermann Simon
Bremerhaven: edition DAH, 2012
ISBN: 978-3-00-0388019
14,80 EUR