Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930

Die gemeinsame Ausstellung „Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930“ der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und des Deutschen Auswanderhauses Bremerhaven thematisiert ein überwiegend unbekanntes Kapitel der europäischen Massenauswanderung. Der „Gelbe Schein“, ein umgangssprachlicher Ausdruck für den Prostituierten-Ausweis im vorrevolutionären Russland, ist ein Symbol für die Zwangslage vieler junger Frauen in jener Zeit: Ein Umzug vom Ansiedlungsrayon für Juden in Städte wie Moskau oder St. Petersburg war Jüdinnen in Russland offiziell nur erlaubt, wenn sie sich als Prostituierte registrieren ließen.

Das durch die Kulturstiftung des Deutschen Bundes geförderte Projekt wurde zeitgleich in der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und im Deutschen Auswanderhauses in Bremerhaven gezeigt. Während in Berlin die Herkunft der Mädchen im Mittelpunkt stand, lag in Bremerhaven der inhaltliche Schwerpunkt auf die Auswanderung und die Ankunftsländer.

Andreas Heller Architects & Designers entwickelte das Ausstellungskonzept in enger Zusammenarbeit mit der Kuratorin Irene Stratenwerth und unter Mitwirkung der beiden Ausstellungshäuser. Der zur Ausstellung erschienene Begleitband wurde ebenfalls von Andreas Heller Architects & Designers gestaltet.