„Deutsch und Jüdisch“

Die Sonderausstellung wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

28. August - 10. September 2016

Eine Ausstellung des Leo Baeck Instituts New York | Berlin

Der Nobelpreisträger Albert Einstein einmal ganz anders: privat und als Kind. Zu sehen mit seiner Schwester Maja auf zwei Schokoladentrinktassen aus dem Besitz der Familie, die die Tassen Ende des 19. Jahrhunderts hatte anfertigen lassen. Albert Einstein emigrierte nach der Machterteilung an die Nationalsozialisten in die USA – die beiden Schokoladentassen mit im Gepäck. Nach seinem Tod übergab sie seine Assistentin dem Leo Baeck Institut New York (LBI New York) als Geschenk.

Das Forschungsinstitut zur Geschichte der deutschsprachigen Juden mit Sitz in Manhattan bringt die Tassen des Physikers nun zurück nach Deutschland. In der Ausstellung „Deutsch und Jüdisch“ zeigt das LBI New York | Berlin unterschiedliche Objekte aus seiner Sammlung. Ein Schutzbrief von 1777, das Protokollbuch eines 1792 in Berlin gegründeten Wohltätigkeitsvereins, ein Portrait von Bertha Pappenheim und die Schokoladentassen der Einsteins.

Diese Alltagsobjekte geben Einblicke in geschichtliche Ereignisse aus der Perspektive ihrer Besitzer. Sie symbolisieren Momentaufnahmen der vielfältigen Geschichte der Juden in Deutschland und berichten vom Wandel des Charakters deutsch-jüdischen Lebens über die Jahrhunderte.

Seit über 1.000 Jahren sind Juden untrennbarer Bestandteil der deutschsprachigen Regionen. Ihre Errungenschaften trugen dazu bei, das moderne Deutschland zu formen: Als Zeugen bedeutender historischer Ereignisse sowie als Verantwortliche für außerordentliche intellektuelle und kulturelle Leistungen einerseits erlebte die jüdische Bevölkerung andererseits mit, wie Fanatismus, Intoleranz und Diskriminierung in Deutschland in unverstellbare Zerstörung umschlugen. Die Ausstellung des LBI New York | Berlin erinnert an die traditionsreiche Geschichte deutschsprachiger Juden auch als Bestandteil der deutschen Geschichte.

Nach dem Auftakt in Bremerhaven ist die Schau im Synagogue Center Felsberg, im Thüringer Landtag in Erfurt und im Deutschen Exilarchiv in Frankfurt am Main zu sehen.

Der Eintritt in die Kabinettausstellung ist im Museumseintrittspreis enthalten.
Letzter Einlass ist eine Stunde vor Schließung.

 

Leo Baeck Institut New York | Berlin

Führende deutsch-jüdische Intellektuelle, wie Hannah Arendt und Martin Buber, gründeten im Jahr 1955 das Leo Baeck Institut (LBI). Das neu geschaffene Institut mit seinen drei unabhängigen Niederlassungen in Jerusalem, London und New York sowie der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft in Deutschland (WAG) widmet sich unter der Schirmherrschaft des LBI International seit nunmehr über 60 Jahren der Aufgabe, das kulturelle Vermächtnis des deutschsprachigen Judentums zu bewahren.

Heute verfügt das LBI New York|Berlin, das seit 2001 eine Zweigstelle seines Archives am Jüdischen Museum in Berlin unterhält, über eine 80.000 Bände umfassende Bibliothek, eine Kunstsammlung und ein Archiv. Letzteres beinhaltet Dokumente, Bücher, Schriften sowie Erinnerungsstücke, die meist von jüdischen Geflüchteten oder ihren Nachfahren an das Institut übergeben wurden, wodurch es zur bedeutendsten Sammlungsstätte von Primärquellen und Forschungsmaterial über die jüdischen Gemeinden Zentraleuropas erwuchs.

www.lbi.org

Schokoladentassen aus dem Nachlass von Albert Einstein. Ein Foto des Geschwisterpaars diente als Vorlage für die Trinkgefäße. © Leo Baeck Institut New York | Berlin, Albert EInstein Collection

Portrait der Frauenrechtlerin Bertha Pappendem.
© Archiv des Leo Baeck Instituts New York

Schutzbrief für Callmann Lazarus aus Friesenheim, 1777. © Archiv des Leo Baeck Instituts New York