Deutsches Auswandererhaus setzt Meilensteine für die Zukunft

Feierliche Vertragsunterzeichnung mit Dr. Simone Eick, Gesellschafterin der Deutsches Auswandererhaus gemeinnützige GmbH und geschäftsführende Direktorin des Museums, und Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen GmbH & Co.KG. Mit ihnen freuen sich Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz sowie Andreas Heller, Gesellschafter der Deutsches Auswandererhaus gemeinnützige GmbH, und Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen (2. Reihe v.l.n.r.). © Deutsches Auswandererhaus

Deutsches Auswandererhaus setzt Meilensteine für die Zukunft

Die Stadt Bremerhaven und das gemeinnützig geführte Deutsche Auswandererhaus vereinbaren die Fortführung der erfolgreichen Zusammenarbeit bis zum Jahr 2035. Gleichzeitig plant das Migrationsmuseum mit der inhaltlichen Weiterentwicklung seine Zukunft. Es will mit seinen konzeptionellen Ideen zu Migrationsdebatten und neuen Erzähltechniken seinen Besuchern einen Ort bieten, an dem Wissen lebendig und emotional vermittelt, Migration als Teil der deutschen Geschichte begriffen und eine demokratische Debattenkultur gelebt wird.

„Uns allen war klar, dass wir die Zusammenarbeit fortsetzen und den Erfolg des Deutschen Auswandererhauses weiter vorantreiben wollen“, sagte Oberbürgermeister Melf Grantz bei der Unterzeichnung des neuen Betreibervertrages am Mittwoch, 8. August 2018. „Das Deutsche Auswandererhaus hat von Beginn an eine Vorreiterrolle in der deutschen Museumslandschaft eingenommen. Eine solch wichtige Arbeit, die die Geschichte der Stadt ebenso wiederspiegelt wie sie einen lobenswerten Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander liefert, muss natürlich weitergeführt und vor allem unterstützt werden.“ Mit seiner erlebnisorientierten, emotionalen und informativen Präsentation der deutschen Aus- und europäischen Einwanderungsgeschichte hat das Deutsche Auswandererhaus seit seiner Eröffnung fast 2,5 Millionen Besucher – darunter 270.000 Schüler – in seinen Bann gezogen.

Gemeinsam mit den mehr als 60 Museumsangestellten freuen sich die geschäftsführende Direktorin und Gesellschafterin Dr. Simone Eick und der Gesellschafter Andreas Heller, dass das gemeinnützige Museum auch in Zukunft einen Ort bietet, an dem Aus- und Einwanderungsgeschichte gesammelt und vermittelt sowie über Migration geforscht wird. „Wir erfüllen einen wissenschaftlich-kulturellen Auftrag – besonders seit 2014, da Migration so viele leidenschaftliche Gesellschaftsdebatten auslöst und das vermutlich auch in den nächsten Jahren noch tun wird“, sagte Simone Eick. Deshalb sei die zukunfts- und stets auch besucherorientierte Ausrichtung des Deutschen Auswandererhauses so wichtig. Seit nunmehr zehn Jahren ist das Haus, das im Jahr 2007 vom Europäischen Museumsforum EMF als bestes Museum in Europa ausgezeichnet wurde, nach der Statistik des Bremer Senators für Kultur kontinuierlich das besucherstärkste Museum im Bundesland Bremen und zählt laut Institut für Museumsforschung in Berlin zu den 3,4 Prozent der meistbesuchten Museen in der BRD.

So freut sich auch Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner, dass mit dem preisgekrönten Migrationsmuseum einer der stärksten kulturellen Leuchttürme des Bundeslandes langfristig erfolgreich weitergeführt wird. „Ich danke sowohl der gemeinnützigen Betreibergesellschaft des Deutschen Auswandererhauses als auch der Stadt Bremerhaven für die Anstrengungen und das gemeinsame Engagement, dieses national bedeutende Haus für weitere 15 Jahre zu führen. Mit seiner Dauerausstellung und den vielen Aktivitäten genießt das Museum regelmäßig bundesweite Aufmerksamkeit und schafft einen gesellschaftlichen Mehrwert, von dem nicht nur die Stadt, sondern das ganze Land Bremen profitiert. Der Bremer Senat ist gespannt, wie die Neuüberlegungen im Deutschen Auswandererhaus umgesetzt werden.“

Zu den wissenschaftlichen Aktivitäten des Museums zählen seit dem Jahr 2005 neben 27 Sonderausstellungen, 14 Tagungen und Journalistenworkshops auch 13 Publikationen in der edition DAHund vier Promotionsprojekte von Mitarbeitern. Der mit 10.000 Euro dotierte Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung, den die Stiftung Deutsches Auswandererhaus und das Deutsche Auswandererhaus seit dem Jahr 2015 alle zwei Jahre verleihen, ermöglicht die intensive Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten im deutschsprachigen und europäischen Raum. Wissenschaftler des Deutschen Auswandererhauses halten Vorträge im In- und Ausland und sind Mitglieder in internationalen Migrationsnetzwerken. Nicht zuletzt führt das Deutsche Auswandererhaus alljährlich ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm durch, das unter anderem Vorträge, Lesungen, Konzerte und Filmvorführungen beinhaltet. Regelmäßig besuchen renommierte Persönlichkeiten das Museum, zuletzt Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier mit dem Diplomatischen Korps, Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey, Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters oder Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller.