Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ist das „Forum Migration“ das neue, auf zwei Jahre angelegte Vermittlungsprojekt am Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven.

Das Forum Migration

Aus Angst wird Neugier

Einen angstfreien und partizipativen Dialog über Migration und gesellschaftliche Vielfalt initiieren – das ist das Ziel des neuen Forums Migration am Deutschen Auswandererhaus. Die Besucher bekommen in dem Forum die Möglichkeit, über aktuelle Fragen insbesondere zur Einwanderung nach Deutschland zu diskutieren, ihre Meinung zu äußern und zu reflektieren sowie sicher geglaubtes Wissen in Frage zu stellen. Dabei stehen die Meinungen und Eindrücke eines jeden Einzelnen im Mittelpunkt: Menschen mit Einwanderungserfahrung können ihre Geschichten erzählen. Schülerinnen und Schüler sind eingeladen eigene Fragen zur Migrationsthematik zu stellen, die anhand von Workshops und Führungen beantwortet werden. Zudem können Besucherinnen und Besucher in einen Dialog zu sie bewegenden Fragen treten.

Das Projekt „Forum Migration“ wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert und ist auf zwei Jahre angelegt. Zunächst steht die Entwicklung von museumspädagogischen Angeboten im Vordergrund, dann folgen die Weiterentwicklung des Oral History-Archivs sowie des Evaluationszentrums. Im Winter 2016/17 schließlich werden die gesammelten Erkenntnisse, Daten und Programme in den neuen Ausstellungsraum „Forum Migration“ einfließen.

Schüler Deutsches Auswandererhaus Außerschulischer Lernort

Das Forum Migration ist ein wichtiger Teil des außerschulischen Lernortes Deutsches Auswandererhaus.

Als solcher hat es unterschiedliche Elemente:

Schülerinnen und Schüler werden durch unterschiedliche diversitypädagogische Angebote in ihrer interkulturellen Kompetenz gestärkt, bekommen Antworten auf für sie drängende Fragen und erschließen sich historisch-politisches Wissen rund um das Themenfeld Migration.

Schulklassen und andere Gruppen haben die Möglichkeit eigene Radio-Podcasts zum Thema Migration und kulturelle Vielfalt zu produzieren. Medienpädagogisch begleitet gehen sie dabei auf Spurensuche von Einwandererinnen und Einwanderern, beschreiben den Einfluss von Migration auf ihren Stadtteil oder interviewen Bürger zu Fragen aus dem vielschichtigen Bereich der Migration.

Entwickelt werden zurzeit gemeinsam mit dem Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig und dem LWL-Industriemuseum „Zeche Hannover“ in Bochum Lernstationen. Diese Lernstationen enthalten Objekte aus der jeweiligen Sammlung der Museen. Zudem beinhalten sie Hintergrundinformationen zu den Themenkomplexen Migration, Interkulturalität und Vielfalt sowie Anleitungen und Reflexionen zur Durchführung interkultureller Übungen.

Im Oral History-Archiv werden narrative Interviews mit Migrantinnen und Migranten aufgezeichnet und präsentiert. Was hat Menschen dazu bewogen, ihren Lebensort zu wechseln? Welchen Risiken und Gefahren setzten sie sich im Zuge ihrer Migration aus? Wie wurden sie in der neuen Heimat empfangen, wie fanden sie sich zurecht? Solche und ähnliche Fragen werden von Zeitzeugen für die Besucher des Deutschen Auswandererhauses beantwortet und in Form von Videos zugänglich gemacht.

In einem Evaluationszentrum wird die Kritik und das Lob der Besucher zum Deutschen Auswandererhaus detailliert erfasst. Auch das Bild, dass die Menschen, die ins Deutsche Auswandererhaus kommen, von Migration und kultureller Vielfalt in Deutschland haben, wird durch Fragebögen und Interviews erforscht. Die Ergebnisse fließen unmittelbar in die Gestaltung von Ausstellungen, pädagogischen Angeboten und in die Präsentation des Oral History-Archivs mit ein.

Angebote für Schulklassen

Das Forum Migration erweitert das klassische bereits bestehende Bildungsangebot des Deutschen Auswandererhauses und stärkt somit das Erlebnismuseum als außerschulischen Lernort. Das vorrangige Ziel der Vermittlungsarbeit liegt dabei auf interkulturellen Kommunikationskompetenzen, die in der heutigen Gesellschaft unabdingbar sind. Mit Hilfe von medien- und diversitypädagogischen Ansätzen können die Schüler ihr Wissen um das vielschichtige Thema Migration erweitern.

Radioworkshops

Derzeit werden Radioworkshops angeboten, bei denen die Schüler selber zu Museumsguides werden. In dem Ausstellungskomplex, in dem 330 Jahre Wanderungsbewegungen nach und innerhalb Deutschlands thematisiert werden, werden die Klassen in Kleingruppen aufgeteilt. Sie begeben sich anhand realer Biographien auf Spurensuche und stellen anschließend ihre Ergebnisse ihren Mitschülerinnen und Mitschülern vor. Das, was den Schülern am wichtigsten an der Biographie ihres Einwanderers oder ihrer Einwanderin erscheint, wird aufgenommen und zu einem Podcast verarbeitet.

Einen Einblick in die Radioworkshops erhalten Sie in diesem Kurzvideo.

Weitere Informationen zu dem Workshop sowie die Anmeldemodalitäten finden Sie hier.

Ausschnitte aus Radioworkshops im Deutschen Auswandererhaus
(c) Deutsches Auswandererhaus

Netzwerk

Stadtrat Frost im Deutschen Auswandererhaus Forum Migration

Bremerhavens Schuldezernent Michael Frost (4. v. re.) mit einer Delegation im Deutschen Auswandererhaus: Das Team "Forum Migration" um Teamleiter Dr. Bora Aksen (li.) informierte über das neue Vermittlungsprojekt.

Landeszentrale für Politische Bildung Deutsches Auswandererhaus Forum Migration

Linda Blöchl (Landeszentrale für Politische Bildung) und Dr. Bora Aksen (Leiter "Forum Migration") im Deutschen Auswandererhaus.

Erstes Treffen der Kooperationspartner im März 2015, die sich aus dem Arbeitskreis Migration des Deutschen Museumsbundes zusammengeschlossen haben, um im Rahmen des Forum Migration gemeinsam Lernstationen zu erarbeiten, die der Entwicklung von interkulturellen (Kommunikations-)Kompetenzen dienen. Von links nach rechts: Bartholomäus Fujak und der Arbeitskreissprecher des AK Migration im Deutschen Museumsbund Dietmar Osses (beide LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum), Christine Fischer (Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig), Andrea Grahl und Dr. Bora Aksen (Forum Migration am Deutschen Auswandererhaus), Dr. Birgit Sheps-Bretschneider (Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig).

Landeszentrale Politische Bildung Bremen
Schule ohne Rassismus
Grassi Museum Leipzig
LWL Bochum

Förderung

Das „Forum Migration“ wird großzügig gefördert von:

Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Deutsches Auswandererhaus