Heimweh (k)eine Männersache?!

Das Deutsche Auswandererhaus sucht männliche Studierende, die ihre ganz persönlichen Geschichten rund um die „Schweizer Krankheit“ erzählen

Das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven beschäftigt sich in einer neuen Studie mit dem Thema Heimweh. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Wesen der „Schweizer Krankheit“. So benannt, da im 17. und 18. Jahrhundert Heimweh vor allem bei Schweizer Soldaten im Auslandseinsatz zum ersten Mal diagnostiziert wurde. Im Fokus der Studie am Deutschen Auswandererhaus stehen Studierende: Wann tritt bei ihnen Heimweh auf? Welche Rolle spielen in diesem Kontext die sozialen Medien? Diese und weitere Fragen klärt das preisgekrönte Migrationsmuseum mit Hilfe von Studentinnen und Studenten aus Bremerhaven, Bremen, Oldenburg und Osnabrück. Aktuell sucht das Deutsche Auswandererhaus noch nach männlichen Teilnehmern, die von ihren Erfahrungen mit Heimweh berichten.

Bislang haben sich bereits viele Interessierte gemeldet, vor allem Frauen, die ihre Geschichte erzählen möchten. Allerdings: „Um die Ausgeglichenheit zwischen männlichen und weiblichen Teilnehmern zu gewährleisten, suchen wir dringend noch nach männlichen Studierenden, die uns an Ihrer Erfahrung mit Heimweh teilhaben lassen“, erklärt Katie Heidsiek. Die Wissenschaftlerin ist für das Projekt am Deutschen Auswandererhaus tätig und unter anderem mit der Konzeption von Befragungen befasst. An der Teilnahme interessierte Studenten sollten für ihr Studium nach Bremerhaven, Bremen, Oldenburg oder Osnabrück gezogen sein beziehungsweise ein Auslandssemester absolviert haben. „Die Entfernung zur Heimatstadt spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass sie verlassen wurde.“ so Heidsiek.

Evaluationen haben am Deutschen Auswandererhaus eine lange Tradition: Seit der Gründung im Jahr 2005 sind über 20.000 Besucher zu vielen Themen befragt worden. Mit seiner neuen Studie möchte das Migrationsmuseum nun einen besonderen Aspekt des Verlassens der Heimat untersuchen. „Heimweh ist spannend, da es Menschen mit und ohne Migrationshintergrund verbindet. Zukünftig werden an permanenten Stationen der Dauerausstellung des Museums auch verstärkt Evaluationen rund um das Thema Migration den Besuchern angeboten“, erläutert Katie Heidsiek eine Möglichkeit der Umsetzung im Rahmen von „museum4punkt0“.

Wer seine Erfahrung mit dem Deutschen Auswandererhaus teilen möchte, wird nach der ersten Kontaktaufnahme zu einem kurzen und persönlichen Gespräch eingeladen. Anfallende Fahrtkosten (Bahn, 2. Klasse) werden übernommen. Im Anschluss an das Interview warten auf die Teilnehmer Kaffee und Kuchen sowie ein Gutschein für zwei Personen für das Erlebnismuseum. Interessenten können sich bis zum Freitag, 25. Mai 2018, bei Teresa Grunwald von der Pressestelle des Deutschen Auswandererhauses telefonisch unter 0471 / 90 22 02 04 oder per Mail an presse@dah-bremerhaven.de melden.

Timo Schaper hat im Studio Migration bereits über seine Erfahrung mit Heimweh gesprochen. © Deutsches Auswandererhaus / Foto: Teresa Grunwald

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