Der schwäbische Vater Hollywoods – zum 150. Geburtstag Carl Laemmles

Als Carl Laemmle am 17. Januar 1867 im oberschwäbischen Laupheim geboren wird, ahnt noch niemand, was aus ihm werden würde: der Vater Hollywoods. Am Dienstag wäre er 150 Jahre alt geworden. Im Deutschen Auswandererhaus gehört seine Familiengeschichte zu den 18 „Königsbiographien“, die die Besucher im Ausstellungsteil zur Auswanderungsgeschichte begleiten und anhand derer sie mehr über die Gründe und Ursachen von Migration erfahren.

Als zehntes von 13 Geschwistern einer jüdischen Familie kommt Carl Laemmle in bescheidenen Verhältnissen zur Welt. Als er 17 wird, schenkt ihm sein Vater mit geliehenem Geld eine Schiffspassage nach New York. Von Bremerhaven aus macht er sich 1884 auf die Reise. In New York verdient er sein Geld zunächst als Laufbursche. Bereits nach kurzer Zeit ist er der Arbeit überdrüssig und versucht, mit seinem bereits ausgewanderten Bruder Joseph Kontakt aufzunehmen. Zwar weiß er, dass Joseph in Chicago lebt, die Adresse aber hat er nicht. Er schreibt an die deutschsprachige „New Yorker Staatszeitung” und bittet darum, eine Anzeige an den Herausgeber der Chicagoer „Illinois Staats Zeitung“ weiterzuleiten – dessen Sekretär ist niemand anderes als sein Bruder Joseph. Dieser holt Carl zu sich nach Chicago, wo er als Laufbursche, Buchhalter und Geschäftsführer einer Bekleidungsfirma arbeitet. 1906 kauft er das erstes Kino – kurze Zeit später besitzt er die Hälfte der Kinos in Chicago. 1912 gründet er die „Universal Film Manufacturing Company“. Ein Jahr später beginnt er mit dem Bau der Filmfabrik „Universal City Studios“ in Los Angeles. Seine Karriere im Filmgeschäft beginnt und er produziert berühmte Werke wie „Das Phantom der Oper“ und „Im Westen nichts Neues“. 1936 muss er das Unternehmen wegen der Wirtschaftskrise verkaufen.

In all dieser Zeit bleibt Carl Laemmle seiner Heimatstadt Laupheim verbunden. Er besucht sie mehrmals, spendet Geld für verschiedene Einrichtungen. Zum Dank wird eine Straße nach ihm benannt. 1933 ändert sich dies, als der Film „Im Westen nichts Neues“ in Deutschland verboten wird. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten wird sein Straßenname entfernt und die Einreise nach Deutschland verboten. Laemmle verhilft mehr als 300 deutschen Juden durch Bürgschaften zur Flucht. Er stirbt am 24. September 1939 in Beverly Hills.