Nach Buenos Aires! Deutsche Auswanderer und Flüchtlinge im 20. Jahrhundert

Das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven stellt in seiner edition DAH Orte der Sehnsucht vor: Buenos Aires ist einer davon. Ein durch und durch argentinischer Ort, dessen Geschichte voller deutscher Gegensätze ist: In Buenos Aires begegneten sich Opfer, Täter und Sympathisanten des nationalsozialistischen Terrors. Tausende jüdischer Flüchtlinge kamen dort auf der Suche nach einem Exil an und trafen auf Deutsch-Argentinier, die voller Bewunderung aus der Ferne nach Deutschland schauten. Nach 1945 gelangten über die so genannte „Rattenlinie“ flüchtige nationalsozialistische Verbrecher wie Eichmann und Priebke über Italien nach Argentinien und konnten erst Jahre später gefasst werden.

Aber Buenos Aires steht auch und vor allem für Musik und Literatur: Hier traf das thüringische Bandoneon auf den argentinischen Tango, wurde zu dem Melodiengeber dieses Tanzes voller Hingabe und Leidenschaft. Hier gab es eine kleine Gruppe von Exilschriftstellern, die ihren eigenen Blick auf die Stadt warfen und stets feststellten, wie schwierig das Heimischwerden in der Metropole am Rio de la Plata ist.

 

Simone Eick
Nach Buenos Aires! Deutsche Auswanderer und Flüchtlinge im 20. Jahrhundert
Bremerhaven: edition DAH, 2008
ISBN: 978-3-00-023793-5
11,80 EUR