Objekt des Monats: Faschingsorden, 1965

Jedes Objekt in der Sammlung des Deutschen Auswandererhauses erzählt eine ganz persönliche Auswanderungs- oder Einwanderungsgeschichte. In dieser Rubrik stellen wir Ihnen jeden Monat ein anderes Objekt vor – eine Fotografie, ein Dokument oder ein persönliches Erinnerungsstück.

Objektbezeichnung

Orden des Faschingsprinzen zu Würzburg
    

Material:
Metall, Email, Garn

Maße:
Höhe: 33,3 cm
Breite: 25,6 cm
Tiefe: 0,4 cm

Schenkung:
Dorothea Osmers
© Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Historische Einordnung

Der Faschingsprinz ist ein besonderer Titel innerhalb des Karnevals, der einer Person verliehen wird, die sich insbesondere in Angelegenheiten des Vereines und der allgemeinen „Narretei“ verdient gemacht hat. Als Oberhaupt der Narren wird er für die Regentschaft der fünften Jahreszeit gewählt. Ja nach Ort und Tradition kann er sich diese auch mit anderen teilen. Im frühen 19. Jahrhundert galten diese Orden noch nicht als Ehrenzeichen, sondern sollten auf humorvolle Art die Geringschätzung über die Preußischen Ordensträger hervorheben. Zu dieser Zeit war es üblich für militärische oder politisch tätige Obrigkeiten in Preußen eine Vielzahl an Orden gleichzeitig zu tragen. Die Einführung der Faschingsorden sollte als Gegenmaßnahme zu diesem Prunk dienen.

Kurzbiographie des Schenkers

Helmuth Osmers wird im November 1929 in Amerika geboren. Seine Eltern, die ursprünglich aus Deutschland stammen, lernen sich in New York kennen. Ab dem zweiten Lebensjahr wohnt Helmuth Osmers bei seinen Großeltern in Deutschland, während seine Eltern selbst aus Arbeitsgründen in den USA verbleiben. Das Leben von Helmut Osmers ist aus diesem Grund von steten Wanderungen zwischen den USA und Deutschland geprägt, die er bereits in jungen Jahren unternimmt. Auch im weiteren Verlauf seines Lebens scheut er sich nicht davor, überwiegend aus beruflichen Gründen diesen Wechsel zwischen den Kontinenten zu unternehmen. Er engagiert sich in seiner Freizeit, im Faschingsverein in Würzburg und wird schließlich 1965 zum Prinz von Würzburg ernannt.

Bedeutung des Objektes

Für Helmuth Osmers symbolisiert der Faschingsorden im speziellen ein Gefühl von Heimat, das nicht nur Deutschland, sondern auch die USA als wichtige Bezugspunkte in seinem Leben einschließt. Die Vereinstätigkeit als solches, bietet ihm die Grundlage wertvolle zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, die letztlich zur Entstehung dieses Objektes führen. Zu seinen Ehren sind auf dem Orden sowohl die Alte Mainbrücke von Würzburg als auch die Skyline von New York zu erkennen. Helmuth Osmers der in Amerika geboren und einen Großteil seiner Kindheit in Deutschland verbracht hat, fühlt sich beiden Orten tief verbunden.

Haben auch Sie …

... eine Aus- oder Einwanderungsgeschichte Ihrer Familie zu erzählen und möchten diese mit den dazugehörigen Objekten und Dokumenten dem Deutschen Auswandererhaus für seine Sammlung übergeben? Dann kontaktieren Sie bitte Tanja Fittkau unter der Rufnummer 0471 / 90 22 0 – 0 oder per E-Mail unter: t.fittkau@dah-bremerhaven.de.

Weitere Informationen zu Schenkungen und zu unserer Museumssammlung finden Sie auf der Seite Sammlung.

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