Objekt des Monats: Reisebroschüre aus Dalarna, 1956

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© Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Objektbezeichnung

Reisebroschüre aus Dalarna von 1956

Material:
Papier

Maße:
17,8 x 12,5 x 0,3 cm

Schenkung:
Bertram Schüler
© Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Historische Einordnung

Das Bild zeigt eine schwedische Reisebroschüre für die Gemeinde Mora in der Provinz Dalarna aus dem Jahre 1956. Auf der Vorderseite des Prospekts sieht man neben historischen Gebäuden, die in Mora zu besichtigen sind, auch einen Reiter in schwedischer Tracht auf einem „Dalahäst“, einem Pferd aus Dalarna. Das Dala-Pferd ist ein stilisiertes Holzpferd dieser Region und wurde mit der Zeit Teil schwedischer Populärkultur. Es ist eine aus Holz gefertigte Figur, welche in bunten Farben verziert wird. Die Gemeinde Mora ist bis heute der Hauptort für die Herstellung des Dala-Pferds. Von Mora aus wurde und wird es in die ganze Welt verschickt. Die Provinz Dalarna gilt bei Anthropologen und Ethnologen als Ursprungsregion für die Entstehung schwedischer Traditionen und Brauchtümer -  so auch etwa das international bekannte Mittsommerfest.Midsommar“ – wie es auf Schwedisch heißt – wird am kalendarisch längsten Tag des Jahres, am 24. Juni gefeiert. An diesem Tag geht im nördlichen Teil Skandinaviens die Sonne nicht unter, so auch in Dalarna. Da der 24. Juni kein gesetzlicher Feiertag ist, feiern die Schweden „midsommardag“ an einem Samstag, der zwischen dem 20. und 26. Juni liegen muss. Das Volksfest dauert zwei Tage an, wobei das Fest schon Freitag beginnt, am Mittsommerabend, übersetzt heißt es „midsommerafton“. Die Tagesabläufe unterlaufen immateriellen Ritualen, wie etwa Tänzen und Liedern, aber auch materiellen, wie etwa das Schmücken und Aufstellen eines Baumstamms, welcher „majstång“ genannt wird. Mittsommer ist mit Weihnachten das größte Fest, welches in Schweden gefeiert wird. Dieser schwedische Brauch wird zunehmend außerhalb Schwedens adaptiert, denn es gilt: Midsommar är för alla människor! – Mittsommer ist für alle Menschen, da es sich im Laufe der Jahre von den ursprünglich heidnischen und religiösen Werten abgewendet hat und heutzutage den Zusammenhalt in der Gemeinschaft zelebriert.

Kurzbiographie

Hans Weil wurde als einziger Sohn seiner jüdischen Eltern am 11. Juni 1902 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Physik, Philosophie und Psychologie unter anderem in Frankfurt und Heidelberg. In den 1920er Jahren zog er nach Paris, um dort eine seiner weiteren Interessen nachzugehen und in Form eines Studiums zu vertiefen: der Kunst. Um vor der NS-Diktatur und dem antisemitischen und homophoben Gedankengut vieler Europäer zu entkommen, emigrierte er 1933 von Frankreich ins neutrale Schweden. Er ließ sich zunächst in Stockholm nieder und zog später nach Skåne, Malmö. Hans Weil galt als sprachenbegabt und konnte deshalb die schwedische Sprache schnell beherrschen und sich im Alltag zurechtfinden.

Bedeutung des Objektes

Hans Weil sammelte vor und nach seiner Auswanderung nach Schweden eine Vielzahl von Reiseprospekten, so auch die Informationsbroschüre für die Stadt Mora. Zunächst diente die Sammlung an Prospekten als Entscheidungshilfe, in welches Land er auswandern sollte, um vor der drohenden NS-Herrschaft zu fliehen. Seine Leidenschaft für das Sammeln von Reiseprospekten hielt aber, über die Zeit nach der Auswanderung hinaus, an.

Haben auch Sie …

... eine Aus- oder Einwanderungsgeschichte Ihrer Familie zu erzählen und möchten diese mit den dazugehörigen Objekten und Dokumenten dem Deutschen Auswandererhaus für seine Sammlung übergeben? Dann kontaktieren Sie bitte Tanja Fittkau unter der Rufnummer 0471 / 90 22 0 – 0 oder per E-Mail unter: t.fittkau@dah-bremerhaven.de.

Weitere Informationen zu Schenkungen und zu unserer Museumssammlung finden Sie auf der Seite Sammlung.

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