Objekt des Monats: Foto, 1981

Jenny Meyburg 1981. © Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Objektbezeichnung

Foto, 1981
    

Material:
Fotopapier

Maße:
8,6 x 12,6 cm

Schenkung:
Arnim Hans Meyburg
© Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Historische Einordnung

Am 31. Oktober ist es wieder soweit – vielerorts wird Halloween gefeiert. Kinder gehen verkleidet von Haus zu Haus, fordern „Trick or Treat“ („Süßes sonst gibt es Saures“), es werden Kürbisse ausgehöhlt, Gesichter hineingeschnitzt und als Laternen aufgestellt. Viele verbinden diese Traditionen mit den USA, dabei geht der Ursprung der Halloween-Tradition auf irische Einwanderer zurück. Der Name des Festes leitet sich aus dem englischen „All Hallows‘ Eve“ ab, womit der Abend vor Allerheiligen gemeint ist.

Der Brauch, vor der Haustür Süßigkeiten einzufordern, den mittlerweile auch deutsche Kinder annehmen, beruht auf einer alten christlichen Tradition aus Irland. Damals wurden am Allerseelentag kleine Brote mit Johannisbeeren („Seelenkuchen“) an arme Menschen oder Bettler verteilt, die im Gegenzug für die Spende für die Seelen von Verstorbenen beten.

Die ausgehüllten Kürbisse, Jack-O’Lantern genannt, beruhen auf einer alten irischen Sage. Dieser Sage nach lebte einmal ein schlechter Mensch namens Jack Oldfield, der durch einen Trick zu Lebzeiten dem Teufel entkommen war. Als er starb, gewährte der Himmel ihm aufgrund seiner bösen Taten keinen Zutritt, da er aber den Teufel betrogen hatte, kam er auch nicht in die Hölle. Der Teufel erbarmte sich ihm jedoch und schenkte ihm eine Rübe sowie ein Stück glühende Kohle, damit er durch die Dunkelheit wandern konnte. Die Kürbisse waren in Irland also ursprünglich Rüben. Da es in den USA aber mehr Kürbisse gab, wurden fortan diese benutzt.

Kurzbiographie des Auswanderers Arnim H. Meyburg

Arnim H. Meyburg wird 1939 in Bremerhaven (damals noch „Wesermünde”) als einziges Kind der Eheleute Auguste und Friedel Meyburg geboren. Seine Kindheit in Bremerhaven ist geprägt von den Nachkriegsjahren. Bis zu seinem Abitur am Humboldt Gymnasium bleibt er in der Hafenstadt. Ab 1960 studiert er Anglistik und Romanistik an der Universität Hamburg und wechselt 1962 an die Freie Universität Berlin. Dort erhält er das Angebot, für ein akademisches Jahr nach Amerika zu reisen. Mit Hilfe eines Stipendiums und einer Assistentenstelle kann er sich den Aufenthalt an der Northwestern University in Evanston, Illinois finanzieren. Im August 1965 fährt er mit der MS Berlin von Bremerhaven aus in die USA. Später wird ihm dort auch die Möglichkeit geboten, zu promovieren. Seine berufliche Laufbahn geht ab 1969 an der Cornell University in Ithaca, New York weiter, wo er vierzig Jahre als Professor tätig ist und Auszeichnungen für seine Forschung und Lehre erhält.

1967 lernt Arnim Meyburg Lee Stollerman kennen und lieben. Der Beginn ihrer Beziehung ist von Unsicherheiten geprägt: Lee ist Jüdin und das Paar weiß nicht, wie Lees Eltern auf die Nachricht reagieren werden, dass ihre Tochter sich in einen Studenten aus Deutschland verliebt hat. Die Sorgen sind jedoch unberechtigt, denn Arnim wird herzlich in die Familie aufgenommen und im selben Jahr heiraten die beiden. 1980 wird die Tochter Jennifer, genannt Jenny, geboren. Jenny ist es auch, die auf dem Foto zwischen den Halloween-Kürbissen sitzt und verschmitzt in die Kamera lächelt.

Bedeutung des Objektes

Auch wenn nicht alle Menschen in Deutschland diesen Brauch feiern, erkennen sie heute doch, um welches Fest es sich handelt und in welchem Land es überwiegend gefeiert wird: Es ist Halloween!

Im Jahr 1981 ist der Amerika-Auswanderer Arnim Meyburg bereits seit 16 Jahren in den USA. Was zunächst eigentlich als Studienaufenthalt gedacht ist, entwickelt sich zu einer Auswanderung auf Lebenszeit. Er hat in den USA eine Familie gegründet und sich auf die Bräuche des Landes eingelassen, wie zum Beispiel das Feiern von Halloween, ein Fest, das wie er einen „Migrationshintergrund“ hat. Ein Fest, das stets mit den USA in Verbindung gebracht wird, aber ursprünglich aus Europa, genauer gesagt aus Irland kommt, und seit einigen Jahren auch in Deutschland heimisch wird.

Haben auch Sie …

... eine Aus- oder Einwanderungsgeschichte Ihrer Familie zu erzählen und möchten diese mit den dazugehörigen Objekten und Dokumenten dem Deutschen Auswandererhaus für seine Sammlung übergeben? Dann kontaktieren Sie bitte Tanja Fittkau unter der Rufnummer 0471 / 90 22 0 – 0 oder per E-Mail unter: t.fittkau@dah-bremerhaven.de

Weitere Informationen zu Schenkungen und zu unserer Museumssammlung finden Sie auf der Seite Sammlung.

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