Objekt des Monats: Foto, 1910

Jedes Objekt in der Sammlung des Deutschen Auswandererhauses erzählt eine ganz persönliche Auswanderungs- oder Einwanderungsgeschichte. In dieser Rubrik stellen wir Ihnen jeden Monat ein anderes Objekt vor – eine Fotografie, ein Dokument oder ein persönliches Erinnerungsstück.

Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Objektbezeichnung

Foto, Iowa 1910

Kurze Geschichte der Fotografie

Im Gegensatz zu traditionellen Bildformen wie der Malerei ist die Fotografie eine recht junge Technik. Als ihre Entdecker gelten die beiden Franzosen Niepce und Daguerre. 1837 gelang es Daguerre, eine belichtete, mit Silberjodid beschichtete Silberplatte in Quecksilberdämpfen zu entwickeln und anschließend in warmer Kochsalzlösung zu fixieren. Rund zwei Jahre arbeitete er an dem Verfahren, bis es am 19. August 1839 der Pariser Akademie der Wissenschaften und damit der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Dieser Tag gilt als Geburtsstunde der Fotografie, mit der sich ein Menschheitstraum erfüllte: Erstmals war es nun möglich, ein dauerhaftes und genaues Abbild der Wirklichkeit herzustellen. Allerdings konnten von diesen Bildern zunächst keine Abzüge hergestellt werden – jedes Foto war ein Unikat. Jahrzehnte der technischen Entwicklung und Verfeinerung folgten, Methoden zur Vervielfältigung wurden erfunden. Elektronik und Digitalisierung ermöglichten schließlich fotografische Verfahren, wie wir sie heute kennen und nutzen.

Material:
Fotopapier

Maße:
15,2 x 10 cm

Schenkung:
Dr. Cornelia Weiler und Janice Young
© Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Historische Einordnung

Fotografien stellen wichtige, migrationsgeschichtliche Erinnerungsstücke dar. Sie zeigen Familie und Freunde, Abbildungen von Personen und Dingen, die den Menschen lieb und wichtig waren und sind. Das Foto von Nikolaus Dumont zeigt den Auswanderer vor seinem eigenen Haus in Iowa. Damit dokumentiert er für seine Familie in Deutschland, es in der Neuen Welt „geschafft zu haben“. Bis heute bewahren seine Nachfahren die Abbildung mit Stolz. Sie ist ein Symbol für den Erfolg und das Ansehen, das der junge Mann in den USA erreicht hat.

Für den Historiker sind Fotografien oft nur stumme Zeugen, insbesondere wenn es sich um persönliche Familienbilder handelt. Um sie zum Sprechen zu bringen benötigt der Forscher die Hilfe von Dolmetschern: den Nachfahren. Wenn diese noch die Namen der abgebildeten Personen, die Orte oder den Zeitraum kennen, können die Bilder uns ihre Geschichte zu erzählen.

Kurzbiographie des Auswanderers Nikolaus Dumont

Nikolaus Dumont wird 1854 in Besch im Saarland geboren. Um dem preußischen Militärdienst zu entgehen, wandert der junge Mann 1873 in die USA aus. Seine Eltern Peter und Anna Dumont sowie seine beiden Schwestern folgen ihm 1876. An Bord der „Vaterland“ erreichen sie am 17. April den Hafen von Philadelphia. Von dort geht es weiter nach Keokuk County, Iowa, wo die Familie wieder mit Nikolaus zusammentrifft. Gemeinsam bewirtschaften sie dort eine Farm. 1879 heiratet Nikolaus die ebenfalls aus dem Saarland stammende Margaretha Schmall. Das Paar bekommt acht Kinder. Am 31. August 1944 stirbt Nikolaus in Keokuk County. Seine Nachfahren leben bis heute dort.

Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass ein Brief aus Amerika, der zehn Jahre lang auf dem Postamt in Besch liegt, schließlich 2010 doch noch zugestellt wird. Durch ihn entwickelt sich ein reger Briefkontakt zwischen den Nachfahren der Familie Dumont in Amerika und denjenigen in Deutschland. 2013 kommt es zu einem ersten Familientreffen in Iowa.

Haben auch Sie …

... eine Aus- oder Einwanderungsgeschichte Ihrer Familie zu erzählen und möchten diese mit den dazugehörigen Objekten und Dokumenten dem Deutschen Auswandererhaus für seine Sammlung übergeben? Dann kontaktieren Sie bitte Tanja Fittkau unter der Rufnummer 0471 / 90 22 0 – 0 oder per E-Mail unter: t.fittkau@dah-bremerhaven.de

Weitere Informationen zu Schenkungen und zu unserer Museumssammlung finden Sie auf der Seite Sammlung.

Archiv „Objekt des Monats“