Poetry Slam im Deutschen Auswandererhaus

In Poetry Slam-Schreibwerkstätten begegnen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 bekannten Slammern, von denen sie das Handwerk des Schreibens erlernen. Gemeinsam setzen sie sich mit dem Thema „Heimat neu denken“ auseinander. Im diesem Jahr leitet der zweimalige Finalist des German International Poetry Slams Andy Strauß die Werkstatt. Am Donnerstag, 21. Juni 2018, präsentieren die Bremerhavener Schüler bei einer Abschlussveranstaltung ihre Texte.

Inspiration holten sich die Schüler an vielen Orten – zum Beispiel in der Dauerausstellung des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven. © Deutsches Auswandererhaus / Foto: Teresa Grunwald

In Poetry Slam-Schreibwerkstätten begegnen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 bekannten Slammern, von denen sie das Handwerk des Schreibens erlernen. Gemeinsam setzen sie sich mit dem Thema „Heimat neu denken“ auseinander. Im diesem Jahr leitet der zweimalige Finalist des German International Poetry Slams Andy Strauß die Werkstatt. Er ist im Rahmen eines Soloabends am Dienstag, 19. Juli 2018, live im Deutschen Auswandererhaus zu sehen. Am Donnerstag, 21. Juni 2018, präsentieren die Bremerhavener Schüler bei einer Abschlussveranstaltung ihre Texte.

Was für Außenstehende merkwürdig anmutet, ist ein erster Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, einen eigenen Poetry-Slam-Vortrag samt Auftritt vorzubereiten und selbstbewusst die eigene Meinung zu vertreten. „Seid kreativ“, rät Andy Strauß mit einem Augenzwinkern. Er selbst verfügt über reichlich Bühnenerfahrung und gewann bereits mehrmals bei Poetry-Slams. Ihm ist es wichtig den Jugendlichen nicht nur dabei zu helfen, Texte und Texten für sich zu entdecken, sondern auch Heimat, denn: „Für mich ist Heimat etwas ganz persönliches und individuelles, jeder hat seine eigene.“

Dass Heimat nicht geographisch verortet sein muss, weiß Antje Buchholz, Museumspädagogin am Deutschen Auswandererhaus. Sie bereitete die Schüler inhaltlich auf den Workshop vor. „Heimat kann etwas ganz alltägliches sein: ein Abend mit Freunden, ein gemütliches Sofa“, erklärt sie. Und weiter: „Heimat ist nicht etwas Gegebenes, sondern von Menschen Erdachtes. Grenzen und Nationen existieren nur im Kopf und auf Landkarten.“ Der thematische Fokus auf „Heimat neu denken“ kommt dieses Jahr nicht von ungefähr – politische und gesellschaftliche Debatten um den Terminus werden aktuell geführt. „Im Rahmen unseres Bildungsauftrages wollen wir die Schüler für den Heimat-Begriff sensibilisieren und ihn nicht rechten Gruppen überlassen“, so Antje Buchholz. Auch Peter Koettlitz, Leiter der Deichpoeten, ist es wichtig, mehr als fachliche Kenntnis rund um Sprache zu vermitteln: „Es ist mir ein Anliegen, jungen Menschen dabei zu helfen, ihren Platz zu finden – und Poetry-Slams sind ein Weg, sich kritisch nicht nur mit der Welt, sondern auch mit dem eigenen selbst zu beschäftigen“.

POETRY SLAM – TEXTE BREMERHAVENER SCHÜLER: Donnerstag, 21. Juni 2018, 19.00 Uhr

Was ist Heimat? Wo liegt Heimat? Was bedeutet Heimat für mich? So wie viele Auswanderer und Einwanderer ihre alte Heimat verlassen haben oder verlassen mussten, um ein neues Zuhause zu finden, so setzten sich die Schüler in der dreitägigen Schreibwerkstatt mit dem Heimatbegriff auseinander. Dabei lernen sie, ihre Gefühle und Gedanken in Worte zu fassen. Während der Abschlussveranstaltung präsentieren die jungen Slammer ihre Arbeiten.

Telefonische Anmeldung erwünscht: 0471 / 90 22 0 – 0.
Die Veranstaltung ist öffentlich.
Der Eintritt ist frei.

Das Roxykino bietet die passende Bühne für die jungen Slammer. © Deutsches Auswandererhaus

DIECKELL-STIFTUNG

Friedrich Dieckell, Kaufmann aus Bremerhaven, gründete 1998 die gemeinnützige Dieckell-Stiftung. Seiner Heimatstadt fühlte er sich stets eng verbunden und verpflichtet unterstützte zahlreiche Projekte und engagierte sich im sozialen Bereich. Im Jahr 2007 wurde ihm dafür die Ehrenbürgerwürde der Stadt Bremerhaven verliehen. Auch im Jahr 2018 fördert die Dieckell-Stiftung zahlreiche Projekte, darunter die Poetry-Slam Schreibwerkstätten, die gemeinsam vom Deutschen Auswandererhaus und den Deichpoeten organisiert werden.