Vertreibung aus dem Paradies

Vortrag zu Leben und Werk des Künstlers Josef Scharl am Donnerstag, 5. April 2018, um 19.00 Uhr

Josef Scharl zählte nach dem Ersten Weltkrieg zu den aufsteigenden Künstlern in Deutschland. Er hielt der Gesellschaft schonungslos und kritisch einen Spiegel vor: Folglich belegten ihn die Nationalsozialisten mit einem Ausstellungsverbot, Scharl sah sich zur Emigration in die USA gezwungen. Seinem nahezu vergessenen Werk und Schicksal widmet sich die aktuelle Sonderausstellung in den Museen Böttcherstraße Bremen. Am Donnerstag, 5. April 2018, spricht der Direktor der Museen Böttcherstraße, Dr. Frank Schmidt, im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven über das Thema. Anlass ist eine Kooperation der beiden Häuser. Beginn ist um 19.00 Uhr.

Die Karriere Josef Scharls begann vielversprechend: 1921 verließ er die Münchner Akademie der Bildenden Künste, fand in Vincent van Gogh ein Vorbild und bildete wie dieser das Leben der einfachen Menschen ab. Später begegnete er den Reichen und Gewinnern der Weimarer Republik sowie des nationalsozialistischen Deutschlands mit Kritik, malte seelenlose Fratzen in Uniformen, Verletzte, apokalyptische Landschaften. Motive wie diese und seine Weigerung in die NSDAP einzutreten, führte 1935 zu einem Ausstellungsverbot. 1938 emigrierte Josef Scharl in die USA.

Eintritt: 5,00 € (erm.: 3,00 €). Für Mitglieder des Freundeskreises Deutsches Auswandererhaus e.V. ist dieser Vortrag kostenfrei. Eine Anmeldung ist erwünscht, Tel.: 0471 / 90 22 0 – 0 oder an der Kasse.

Hintergrund des Vortrags von Dr. Frank Schmidt im Deutschen Auswandererhaus ist eine Zusammenarbeit der beiden Museen: Anlässlich der aktuellen Sonderausstellung „Josef Scharl. Zwischen den Zeiten“, die bis zum 3. Juni 2018 in den Museen Böttcherstraße gezeigt wird, bieten das Bremer Museum und das Deutsche Auswandererhaus ein gemeinsames Kombiticket  sowie eine Rabattaktionan. Weitere Informationen dazu gibt es hier. Auch für Schulklassen gibt es ein Kombiticket und aufeinander abgestimmte Bildungsangebote. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Dr. Frank Schmidt © Jürgen Nogai