KRIEGsgefangen. OHNMACHT. SEHNSUCHT. 1914 – 1921

Ein Experiment mit Virtual Reality.
1. August bis 30. November 2018

„Ein Gefangener, eine Nummer, eine Null!“, nennt er sich selbst. Aber ihn quält nicht nur dieses Ohnmachtsgefühl, sondern auch die Sehnsucht nach seiner Frau Tony und seiner Tochter Hildegard. August Schlicht gerät kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 in russische Gefangenschaft und hofft, dass diese bald vorbei sein wird. Doch erst 1921 kann er nach Hause reisen. Was bedeutet es für August Schlicht, von seiner Familie über fast sieben Jahre getrennt zu sein? Kaum eine eigenständige Entscheidung treffen zu können?

In diesem Ausstellungsexperiment erzählt das Deutsche Auswandererhaus die Geschichte der Hamburger Familie Schlicht während und nach dem Ersten Weltkrieg. Zwei Gefühle dominieren die Familie in dieser Zeit immer wieder: Ohnmacht und Sehnsucht. Beide Gefühle kennzeichnen viele Menschen, die sich in der Zwangsmigration einer Kriegsgefangenschaft fern der Heimat befinden.

Beide Gefühle werden in dem Ausstellungsexperiment unterschiedlich nacherlebbar sein: digital und virtuell einerseits, durch originale Objekte andererseits. Welche Art der Darstellung schenkt den Museumsbesuchern welches Wissen und Verständnis für die Erlebnisse anderer Menschen – in diesem Fall der Familie Schlicht?

In einer groß angelegten Studie werden die Besucher zu ihren Eindrücken und Erinnerungen befragt: Haben Probanden, die den digitalen Teil gesehen haben, die Ausstellung anders erlebt als Probanden, die im inhaltsgleichen analogen Teil waren?

Rahmenprogramm

Zum Ausstellungsexperiment gibt es ein Rahmenprogramm mit Vorträgen zum Ersten Weltkrieg, Kriegsgefangenschaft als Teil von Zwangsmigration und zur Literatur über den Ersten Weltkrieg.

30. August 2018, 18.30 Uhr

KRIEGSGEFANGENE IM EUROPA DES ERSTEN WELTKRIEGS

Vortrag von Prof. Dr. Jochen Oltmer, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Universität Osnabrück

Deutschlandfunk Nova hat den Vortrag in der Reihe „Hörsaal“ gesendet: Nachhören (Link auf deutschlandfunknova.de)

1. November 2018, 18.30 Uhr

DER ERSTE WELTKRIEG ALS GLOBALER KRIEG

Vortrag von Prof. Dr. Oliver Janz, Friedrich-Meinecke-Institut für Geschichtswissenschaften, Freie Universität Berlin

Deutschlandfunk Nova hat auch diesen Vortrag in der Reihe „Hörsaal“ gesendet: Nachhören (Link auf deutschlandfunknova.de)

15. November 2018, 18.30 Uhr

„ES IST JA IMMER NOCH KRIEG!“ DER ERSTE WELTKRIEG, ERICH MARIA REMARQUE UND DIE DEUTSCHE KRIEGSLITERATUR

Vortrag von PD Dr. habil. Thomas F. Schneider, Erich Maria Remarque-Friedenszentrum, Universität Osnabrück

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Das Radio Bremen-Magazin „buten un binnen“ hat über unser Experiment berichtet. Außerdem haben wir ein Making-of zum Entstehungsprozess der Ausstellung erstellt.

Das Experiment bei „buten un binnen“

Making-of

Video-Serie

Video-Serie zum Ausstellungsexperiment

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In unserer Videoserie erklären die Ausstellungsmacher das Konzept unseres Ausstellungsexperiments.

Konzept (Video auf YouTube), Thema (Video auf YouTube), Aufbau (Video auf YouTube), Studie (Video auf YouTube), Befragung (Video auf YouTube)

museum4punkt0

Das Deutsche Auswandererhaus ist einer von sechs Partnern beim von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Projekt „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“. Dabei sollen innovative Anwendungsmöglichkeiten digitaler Technologien in Museen modellhaft entwickelt und erprobt werden. Das Ausstellungsexperiment „KRIEGsgefangen. OHNMACHT. SEHNSUCHT. 1914 – 1921“ ist Teil der im Rahmen von museum4punkt0 am Deutschen Auswandererhaus umgesetzten Projekte. Die digitalen Ausstellungsinhalte (VR) werden von der „THIS IS! Digital Media Group“ erstellt. Mehr Informationen finden Sie auf dieser Seite und auf museum4punkt0.de.

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