Intuitiv durch Migration surfen

Im Rahmen des bundesweiten Verbundprojektes „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“ stellt das Deutsche Auswandererhaus eine neue intuitiv arbeitende Medienstation vor: das Biographien-Portal.

Digitaler Einblick in persönliche Aus- und Einwanderungsgeschichten

Im neuen „Biographien-Portal“ des Deutschen Auswandererhauses können die Nutzer*innen intuitiv oder auch gezielt Sammlungsstücke, Lebensgeschichten und Historie digital miteinander verknüpfen und sich mit ihrer eigenen Geschichte einbringen. Seit einigen Jahren sind digitale Medien für die zeitgemäße und publikumsnahe Vermittlung ein wichtiges Thema in der internationalen Museumslandschaft. Im Rahmen des bundesweiten Verbundprojektes museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft, in dem digitale Medienkonzepte entwickelt und erprobt werden, stellt das Bremerhavener Migrationsmuseum nun seine neueste Innovation vor.

Was in Form einer klassischen Vitrine in der gut besuchten „Familienrecherche“ des Deutschen Auswandererhauses steht, ist ein Stück Museumszukunft. Auf der einen Seite befindet sich ein gläserner Schaukasten, auf der anderen ein Touchscreen-Monitor mit einer dahinterliegenden Datenbank. In diesem digitalen Biographien-Portal können Besucher*innen „verborgene“ Teile der Sammlung und Forschung des Migrationsmuseums kennen lernen. Die interaktive Plattform erlaubt durch Objekte, Fotos, Videos und Texte einen vielschichten Zugang zu Migrationsgeschichten. Kategorien wie Zeiträume, Migrationsarten und -gründe und die intuitive Bedienung sollen neue Verbindungen zwischen Lebensgeschichten und Objekten, zwischen Aus- und Einwanderung entdecken lassen. „Das Thema Migration kann sehr abstrakt sein, etwa durch Statistiken. Menschen verschwinden schnell dahinter. Sie sichtbar zu machen, spielt in unserer Arbeit als Museum eine wichtige Rolle“, erklärt Dr. Simone Eick, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses. „Unser neues Biographien-Portal ermöglicht es, persönliche Bezüge zu den Ein- und Auswanderer*innen zu entdecken, weil die dahinterliegende Datenbank mit ihren unzähligen Verknüpfungsmöglichkeiten neue Zugänge anbietet, die die individuellen Interessen der Besucherinnen und Besucher widerspiegeln.“

Eine weitere, zentrale Funktion des Biographien-Portals ist die Kontaktaufnahme des Deutschen Auswandererhauses zu Menschen mit Migrationserfahrung. In einem Online-Formular können diese Personen einen ersten Einblick in ihre (Familien-)Geschichte geben und ihre Kontaktdaten hinterlassen, sodass die Wissenschaftler*innen des Museums mit ihnen in Verbindung treten können. Persönliche Erzählungen, wie auch Erinnerungsobjekte, haben in der Forschungsarbeit des Hauses eine große Bedeutung und bereichern die Vermittlung von Migration, wie Simone Eick betont. Geplant ist, das Portal nach der ersten Testphase im Haus und dem entsprechenden Feedback der Besucher*innen auch online zugänglich zu machen. So soll das Netzwerk der Objekte, Geschichten und ihrer Erzählenden stetig wachsen – auch weit über die räumlichen Grenzen des Deutschen Auswandererhauses hinaus.

Nach einer Studie zu Virtual Reality ist das Biographien-Portal das zweite Ergebnis des Projektes „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“, mit dem das Deutsche Auswandererhaus an die Öffentlichkeit geht. Das bundesweite Verbundprojekt, das durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördertwird, versammelt Museen unterschiedlicher Sparten und Größen. Diese machen ihre Erkenntnisse, Entwicklungen und Erfahrungen zu digitalen Vermittlungsmethoden anderen Museen zugänglich und leisten dabei oft Pionierarbeit.

Sie möchten mehr über das Gesamtprojekt „museum4punkt0 - Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“ erfahren? Dann schauen Sie auf der Projektseite vorbei: museum4punkt0.de

museum4punkt0 auf Twitter: @museum4punkt0

Ein Film zum Biographien-Portal von Martin Granata