Fassadenporträt: Susanne Christiansen

Wer in letzter Zeit am Deutschen Auswandererhaus vorbei gekommen ist, der wird sie vielleicht schon erkannt haben - die Porträts von 30 Einwander*innen oder deren Nachfahr*innen, die reliefartig die Außenwand des zweiten Erweiterungsbaus zieren und je nach Lichteinfall mal mehr, mal weniger zu sehen sind. Unser Museum bekommt somit nicht nur ein neues Gesicht, sondern viele. Wer diese Menschen sind oder waren? Für einen Teil ihres Lebens ganz normale Bremerhavener*innen. Nach ihrer Migration nach Deutschland wurde die Seestadt ihr erstes neues Zuhause in einem neuen Land. In den nächsten Wochen werden wir Ihnen die Menschen hinter den 30 verschiedenen Porträts vorstellen. Auf unserer Website genauso wie auf Instagram unter #havenmenschenmitprofil.

Verwirklichte ihren Traum: Susanne Christiansen

„Ich würde gerne nach Deutschland gehen.“

Das war Susanne Christiansens Antwort auf die Frage aus ihrer Schulzeit, ob sie einen Lebenstraum habe, den sie sich erfüllen möchte. 1981 wird ihr Traum wahr: Sie migriert der Liebe wegen nach Bremerhaven.

Als 1974 eine Anfrage über ein Frauenfußballturnier aus Bremerhaven vom ehemaligen FC Siedlerfreunde, dem späteren ESV Bremerhaven, beim dänischen Fußballverein Glostrup IF 32 eingeht, ahnt noch niemand, dass daraus mal eine über ein halbes Jahrhundert währende Freundschaft entstehen soll. Die Spielerinnen wurden in Gastfamilien untergebracht, in denen man gemeinsamen Aktivitäten wie „Shoppen, Fußball spielen, großartige Partys“ unternahm. Eine der dänischen Spielerinnen ist 1974 die damals 17-jährige Susanne Christiansen, die durch das jährliche Fußballturnier nicht nur Freundschaften in Bremerhaven schließt, sondern hier auch ihren zukünftigen Mann Bernd kennen lernt.

Wenn Sport verbindet

1981 entschließt sie sich mit ihrer kleinen Tochter nach Bremerhaven zu ziehen.

„Dadurch, dass ich die Leute hier vom Fußballverein kannte, hatte ich ja auch schon Freunde und Bekannte in Bremerhaven. Es war also nicht ganz so fremd wie manche Einwanderer das so haben; man kannte sich ja schon. Es war eigentlich, als wenn man in seinem Heimatland einfach in eine andere Stadt umzieht, aber trotzdem noch die ganzen Freunde dahat.“

In Bremerhaven arbeitet Susanne Christiansen über elf Jahre lang bei der US-Army bis zur Schließung des Standorts – eine für sie großartige und prägende Zeit, die sie vermisst. Inzwischen ist sie als Kaufmännische Angestellte in Hamburg tätig.

Nachdem sich Susanne Christiansen ihren ersten Lebenstraum mit Deutschland erfüllt hat, plant sie als nächstes Lebensziel „mit einem tollen Zug durch Andalusien zu fahren oder für zwölf Wochen nach Amerika zu gehen, um da herumzufahren – daran arbeite ich noch.“

Die Porträtserie

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Mehr zu den Porträtgeschichten erfahren Sie auch in der Nordsee-Zeitung sowie auf der Homepage und dem IGTV von NordErlesen.

Geburt: 1957 in Søborg/Dänemark
Einwanderung nach Bremerhaven: 1981

Sabine Christiansen, 2020. © Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Das Porträt von Susanne Christiansen an der Fassade des Deutschen Auswandererhauses. © Deutsches Auswandererhaus

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