Fassadenporträt: Gustavo Ocaranza Nuñez

Wer in letzter Zeit am Deutschen Auswandererhaus vorbei gekommen ist, der wird sie vielleicht schon erkannt haben - die Porträts von 30 Einwander*innen oder deren Nachfahr*innen, die reliefartig die Außenwand des zweiten Erweiterungsbaus zieren und je nach Lichteinfall mal mehr, mal weniger zu sehen sind. Unser Museum bekommt somit nicht nur ein neues Gesicht, sondern viele. Wer diese Menschen sind oder waren? Für einen Teil ihres Lebens ganz normale Bremerhavener*innen. Nach ihrer Migration nach Deutschland wurde die Seestadt ihr erstes neues Zuhause in einem neuen Land. In den nächsten Wochen werden wir Ihnen die Menschen hinter den 30 verschiedenen Porträts vorstellen. Auf unserer Website genauso wie auf Instagram unter #havenmenschenmitprofil.

Vom Elektroingenieur zum Englischlehrer: Gustavo Ocaranza Nuñez

„Chile war nicht mein Land – hier bin ich glücklich, hier bin ich richtig.“

Das sagt Gustavo Ocaranza Nuñez über Deutschland, nachdem er unter anderem in Metropolen in Lateinamerika, den USA und in Australien gelebt hat und schließlich 2018 aus Chile nach Bremerhaven einwandert.

Als sich Gustavo Ocaranza Nuñez 2003 entschließt sein unglückliches Studium als Elektroingenieur abzubrechen, weiß er zunächst nicht, was er machen möchte „Ich habe alles falsch gemacht an der Uni. Meine Mutter fragte mich dann: ,Gus was möchtest du machen? Warum gehst du nicht für sechs Monate in die USA zu deinem Onkel, lernst Englisch – vielleicht entdeckst du, was du machen möchtest.’“ In New York folgt daraufhin ein zweijähriges Englischstudium, welches ihn dazu animiert, zurück in Chile Englischlehrer zu werden. 2015 bietet sich für Gustavo Ocaranza Nuñez die Möglichkeit in Australien zu studieren. Er plant nach seinem erfolgreichen Master-Abschluss wieder zurück nach Chile zu gehen. In Melbourne lernt er eine deutsche Studentin aus Bremerhaven kennen: seine zukünftige Frau.

Deutsche Bürokratie

Nach dem Studium kehren sie zunächst wieder zurück – er nach Chile und sie nach Deutschland. Beide sind aber entschlossen die Beziehung fortzuführen und Gustavo Ocaranza Nuñez entscheidet sich „Okay, ich gehe nach Deutschland“ und kommt erstmalig 2017 nach Bremerhaven. Aufgrund von „zu viel Bürokratie, um dauerhaft in Deutschland zu leben“ legt er zunächst kurze Aufenthalte hier ein und nutzt die Zeit um die Sprache, das Land und die Leute kennen zu lernen. Im Jahr 2018 folgt schließlich die Heirat in Chile, so dass Gustavo Ocaranza Nuñez endlich langfristig nach Deutschland ziehen kann. Seit September 2018 lebt er nun mit seiner Frau in Bremerhaven und arbeitet inzwischen als Englischlehrer an einer Waldorfschule.

„Jetzt habe ich endlich meinen Platz gefunden.“

Die Porträtserie

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Mehr zu den Porträtgeschichten erfahren Sie auch in der Nordsee-Zeitung sowie auf der Homepage und dem IGTV von NordErlesen.

Geburt: 29.12.1983 in Santiago de Chile / Chile
Einwanderung nach Bremerhaven: 2018

Für Gustavo Ocaranza Nuñez ist es schon immer wichtig gewesen „in andere Länder zu gehen – diese kennen zu lernen, finde ich schön“, denn „durch das Kennenlernen von anderen Menschen bekommt man eine offene Meinung“. © Melina Eikmeier

Gustavo Ocaranza Nuñez' Porträt an der Fassade des Deutschen Auswandererhauses. © Deutsches Auswandererhaus

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