Fassadenporträt: Dr. Michèlle van der Does & Rob van der Burg

Wer in letzter Zeit am Deutschen Auswandererhaus vorbei gekommen ist, der wird sie vielleicht schon erkannt haben - die Porträts von 30 Einwander*innen oder deren Nachfahr*innen, die reliefartig die Außenwand des zweiten Erweiterungsbaus zieren und je nach Lichteinfall mal mehr, mal weniger zu sehen sind. Unser Museum bekommt somit nicht nur ein neues Gesicht, sondern viele. Wer diese Menschen sind oder waren? Für einen Teil ihres Lebens ganz normale Bremerhavener*innen. Nach ihrer Migration nach Deutschland wurde die Seestadt ihr erstes neues Zuhause in einem neuen Land. In den nächsten Wochen werden wir Ihnen die Menschen hinter den 30 verschiedenen Porträts vorstellen. Auf unserer Website genauso wie auf Instagram unter #havenmenschenmitprofil.

Von Hafen zu Haven: Michelle van der Does & Rob van der Burg

„Es ist ein großes Abenteuer für uns!“

So beschreiben Michèlle van der Does und Rob van der Burg ihr Erlebnis der Auswanderung nach Bremerhaven im Jahr 2019.

Rob van der Burg wird im kleinen niederländischen Hafenort Den Oever geboren. Sein Vater ist Fischer, seine Mutter Hausfrau. Rob erlebt eine bewegte Jugend. „Ich war schon ein Rebell!“, sagt er von sich. Er arbeitet in verschiedenen Jobs und beginnt zwei unterschiedliche Ausbildungen, die er beide abbricht. Die große Wende kommt für ihn mit dem 19. Lebensjahr. Rob van der Burg entscheidet sich eine Ausbildung zum Mediendesigner anzutreten. Nach seiner Ausbildung studiert er an der Royal Academy of Art in Den Haag und schließt dieses mit seinem Projekt „Nova Eden“ ab, das unter anderem auf der Dutch Design Week in Eindhoven und dem Salone del Mobile in Mailand ausgestellt wird.

Michèlle van der Does wächst in Slootdorp im Nordwesten der Niederlande auf. Ihr Vater besitzt einen Elektronikbetrieb. Ihre Mutter ist gelernte Friseurin, entscheidet sich jedoch, als Michèlle sieben Jahre alt ist, ein Studium anzutreten und wird Grundschullehrerin. Michèlle ist schon in jungen Jahren sehr ambitioniert und studiert Geowissenschaften an der VU Vrije Universiteit Amsterdam. Für ihre Masterarbeit verbringt Michèlle einen Monat auf einem Forschungsschiff in Zusammenarbeit mit dem Royal Netherlands Institute for Sea Research (NIOZ). Durch diese Kooperation erhält sie auch die Möglichkeit eine Doktorarbeit zum Thema Saharastaub und dessen Auswirkung auf das Meeresökosystem zu verfassen. Diese schließt sie im Jahr 2018 ab.

Abenteuer mit Kater Cookie

Michèlle van der Does und Rob van der Burg lernen sich während ihrer Schulzeit durch gemeinsame Freunde kennen und verlieben sich. 2019 erhält Michèlle das Angebot einer Postdoc-Stelle am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven.

„Das Angebot und die Aussicht nach Deutschland zu ziehen war beides – unheimlich und aufregend.“

So zieht Michèlle erst alleine nach Deutschland und pendelt an den Wochenenden zurück nach Den Helder zu Rob. In der ersten Zeit sucht sie neben ihrem neuen Job nach einer Wohnung für sich und Rob. Im Frühsommer zieht ihr Freund dann zu ihr. Mit dabei ist natürlich auch Kater Cookie. Schnell finden Rob und Michèlle Anschluss in Bremerhaven und genießen vor allem die Natur Deutschlands. Das Paar erfährt jedoch auch, wenn auch nur in geringem Maße, Diskriminierung und wird mit Vorurteilen konfrontiert. Michèlle und Rob sind sich allerdings einig, dass ihre Erfahrung auszuwandern sie als Paar enger zusammengebracht hat und dass dies ihre Persönlichkeiten wachsen ließ. Beide sind offen für weitere Abenteuer in ihrer Zukunft.

Die Porträtserie

Folgen Sie auch dem Instagramkanal des Deutschen Auswandererhauses und dem #havenmenschenmitprofil, um keine Porträtvorstellung zu verpassen!

Mehr zu den Porträtgeschichten erfahren Sie auch in der Nordsee-Zeitung sowie auf der Homepage und dem IGTV von NordErlesen.

Geburt:
Michèlle van der Does: 1990 Slootdorp/Niederlande
Rob van der Burg: 1987 Den Oever/Niederlande

Einwanderung nach Bremerhaven: 2019

Michèlle van der Does und Rob van der Burg, 2020. © Rob van der Burg

Das Doppelporträt von Michelle van der Does und Rob van der Burg an der Fassade des Deutschen Auswandererhauses. © Deutsches Auswandererhaus

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