“Games vs. Fake News”

Auf Initiative des Deutschen Auswandererhauses fand der fünftägige Workshop in den Räumlichkeiten des Migrationsmuseums statt und bot so für das migrationshistorisch relevante Thema den passenden Lernort. Anhand von Video-, Brett und analogen Spielen setzten sich zehn Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren zusammen mit dem Berliner Medienpädagogen Martin Fischer mit dem Phänomen „Fake News“ auseinander und entwickelten eigene Spiele zum Thema. Die Teilnahme war kostenlos. Gefördert wurde der Workshop durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit der Initiative „Kultur macht Stark!/Stärker mit Games“ und durch die „Stiftung Digitale Spielekultur“. Bündnispartner war außerdem der „Stadtjugendring Bremerhaven“.

“Fake News” und Migrationsgeschichte

Motiviert durch ihre persönliche Begeisterung für digitale Bildung und die Möglichkeit, diese mit dem Thema Migration zu verbinden, war Astrid Bormann, Museumspädagogin am Deutschen Auswandererhaus, davon überzeugt, den Ferienworkshop in das Migrationsmuseum zu holen. Das Museum sei dabei nicht nur durch seinen bildungspolitischen Auftrag, sondern auch durch die thematische Nähe zum Thema „Fake News“ der passende Veranstaltungsort für den Workshop, erklärte die Museumspädagogin: „In der Migrationsgeschichte waren Falschnachrichten oftmals einer der zentralen Auslöser wichtiger Ereignisse. Darüber hinaus wollen wir das kritische Denken und Selbstbewusstsein besonders von jungen Menschen fördern.“

Mit einem Avatar durchs Museum

Ziel des Workshops war es, dass die Schüler*innen nach einer Einführung in die Themen „Fake News“ bei einem abschließenden „Game Jam“ eigenständig kreativ werden: „Wir verfolgen bei dem Workshop einen spielpädagogischen Ansatz, um mit Spielmechaniken und –inhalten den Teilnehmer*innen das Thema näher zu bringen“, so Martin Fischer. Die Jugendlichen zeigten großes Interesse daran, mehr über Falschmeldungen zu erfahren und das erlernte Wissen in ihren Projekten umzusetzen „Ich wollte lernen, wie man ‚Fake News‘ erkennen kann und habe auch Spaß daran, mich künstlerisch auszudrücken“, sagte Sam Heppner. Sams Gruppe hat das Thema Migration mit aufgenommen. Bei ihrer Spielidee sollen Avatare die Besucher*innen durch das Deutsche Auswandererhaus begleiten. Dabei bekommen die Spieler*innen auf interaktive Art und Weise potenzielle „Fake News“ zu historischen Persönlichkeiten und Ereignissen präsentiert, die diese dann als korrekt oder inkorrekt einstufen sollen.

Quartett spielen gegen Falschmeldungen

Darüber hinaus wurden auch klassische Spiele passend zu der Thematik neu interpretiert. Mathis Baum sammelte mit seiner Gruppe die „besten“ Falschmeldungen in Deutschland zusammen und kreierte daraus ein Quartett, bei dem die „Fake News“ in unterschiedlichen Kategorien miteinander verglichen werden können. Auch er war begeistert über die Möglichkeiten, die ihm der Workshop bot: „Ich konnte hier perfekt mein Interesse für Politik und Videospiele kombinieren“, zieht er Resümee.

Initiative: “Kultur macht Stark/Stärker mit Games”

Der Workshop ist Teil der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufenen Initiative „Kultur macht Stark!/Stärker mit Games“. Im Rahmen der Initiative soll vor allem die kulturelle Bildung für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche auf lokaler Ebene gefördert werden. Die gesamte Hard- und Software wird von der „Stiftung Digitale Spielekultur“ für den Workshop bereitgestellt.

Sam bei der Arbeit an dem Avatar, welcher die Besucher durch das Museum begleiten soll.
© Deutsches Auswandererhaus / Foto: Dominik Laupichler

In den Ausstellungsräumen des Deutschen Auswandererhauses testeten die Teilnehmer*innen mit einer App eines ihrer Spiele, bei dem sie Fragen zu „Fake News“ aus der Migrationsgeschichte beantworten mussten. © Deutsches Auswandererhaus / Foto: Dominik Laupichler

Mathis präsentiert das "Bullshit"-Quartett. © Deutsches Auswandererhaus / Foto: Dominik Laupichler

Gefördert von:

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Bündnispartner:

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