Grundsteinlegung für Neubau

Über 180 Gäste feierten am Freitag, 29. November 2019, den Baubeginn der zweiten Erweiterung des Deutschen Auswandererhauses.

Am Freitag legten die Bremer Wissenschaftssenatorin Dr. Claudia Schilling und Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (2.v.l.) feierlich den Grundstein für die zweite Erweiterung des Deutschen Auswandererhauses. Rechts neben dem Oberbürgermeister Architekt Andreas Heller und Dr. Simone Eick, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses. Foto: Marina Eismann

Ein Pop-Up-Museum, die Academy of Comparative Migration Studies (ACOMIS) und ein Besucherforschungszentrum – das sind die drei neuen Meilensteine, um die das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven erweitert wird. Für den Museumsneubau ist am heutigen Freitag feierlich der Grundstein gelegt worden. Unter den 180 Gästen waren zahlreiche Vertreter*innen aus Politik, Kultur und Gesellschaft, darunter die Bremer Wissenschaftssenatorin Dr. Claudia Schilling, Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz, Stadtverordnetenvorsteher Torsten von Haaren und der ehemalige Kulturstaatsminister Prof. Bernd Neumann. Gefördert wird die zweite Erweiterung des einzigen Migrationsmuseums in Deutschland durch den Bund und das Land Bremen mit mehr als zwölf Millionen Euro sowie durch die Stadt Bremerhaven.

„Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien würdigt die wertvolle Arbeit des Deutschen Auswandererhauses bei der Beschäftigung und Präsentation der Migrationsbewegungen aus und nach Deutschland. Mit der Förderung des zweiten Erweiterungsbaus unterstützt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien die Weiterentwicklung zum nationalen Migrationsmuseum. Sie wünscht dem Bau einen glücklichen Verlauf.“ Diesen schriftlichen Gruß schickte das Büro von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters anlässlich der Grundsteinlegung.

Die Kartusche, die traditionell mit dem Grundstein versenkt wird, wurde mit einer tagesaktuellen Zeitung, Bauplänen, dem Gruß aus dem Büro der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, einer alten Münze mit dem Wappen des Senats der Freien Hansestadt Bremen, einer Wappenplakette der Seestadt Bremerhaven, „Glücksmünzen“, einem Foto der Mitarbeiter*innen des Deutschen Auswandererhauses und Visitenkarten der Gäste gefüllt. Mehr als 80 Mitarbeiter*innen aus elf Ländern sind derzeit im Deutschen Auswandererhaus tätig. „Wir freuen uns sehr darüber, dass nun mit dem Neubau begonnen wird. Damit rückt die Eröffnung im Frühjahr 2021 in greifbare Nähe“, sagte Dr. Simone Eick, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses, während der Zeremonie, durch die der Hamburger Architekt Andreas Heller von Andreas Heller Architects & Designers ebenso kurzweilig wie feierlich führte. Er zeichnet für die bauliche Neugestaltung des Museums verantwortlich, die künftig auch das Stadtbild Bremerhavens prägen wird: Auf der Fassade des Neubaus werden Porträtreliefs von Personen zu sehen sein, die nach Deutschland eingewandert und zuerst nach Bremerhaven gekommen sind. So bilden die Einwandererporträts ein Pendant zu den Erinnerungssteinen von Auswanderern, die in den Boden um das Deutsche Auswandererhaus herum eingelassen sind. In dem Neubau werden ab 2021 neue Ausstellungsräume, das Pop-Up-Museum, das Forschungs- und Bildungsinstitut ACOMIS sowie ein neues Besucherforschungszentrum untergebracht.

„Der Neubau des Deutschen Auswandererhauses ist eine weitere Erfolgsgeschichte für Bremerhaven und die Region. Für mich als Wissenschaftssenatorin ist nicht nur die Bedeutung des Deutschen Auswandererhauses als Erlebnismuseum wichtig, sondern auch die besondere Rolle, die das Haus als Ort der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Migration im Lande Bremen und in Deutschland hat. Das Deutsche Auswandererhaus ist auf einem guten Weg, sich zum zentralen nationalen Forschungsmuseum in diesem Themenbereich zu entwickeln“, erklärte Bremens Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling.

Und Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz freute sich, „dass sich mit dem Deutschen Auswandererhaus ein Institut vor Ort nicht nur auf beeindruckende Weise damit beschäftigt, Erkenntnisse der Migrationsforschung zu vermitteln, sondern dass hier zunehmend auch Migrationsforschung betrieben wird.“

Das Deutsche Auswandererhaus wurde im August 2005 eröffnet, 2007 vom Europäischen Museumsforum EMF als bestes Museum in Europa ausgezeichnet und 2012 ein erstes Mal erweitert. Bislang haben gut 2,7 Millionen Besucher*innen die preisgekrönte Dauerausstellung zu 300 Jahren deutscher und osteuropäischer Aus- und Einwanderungsgeschichte besichtigt. Das Deutsche Auswandererhaus ist das bestbesuchte Museum im Bundesland Bremen (Statistik des Senators für Kultur der Freien Hansestadt Bremen) und zählt laut einer Studie des Berliner Instituts für Museumsforschung zu den 3,4 Prozent der besucherstärksten Museen in der Bundesrepublik.

Weitere Informationen zur zweiten Erweiterung des Deutschen Auswandererhauses erfahren Sie hier.

Blumen zum Dank für die jahrelange Unterstützung an Kulturstaatsminister a.D. Prof. Bernd Neumann. Foto: Steven Ritter

BAUHERRIN:

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Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen mbH & Co. KG