ABGESAGT: Vortrag zu Alexander von Humboldt als Migrationsforscher

Der Freundeskreis Deutsches Auswandererhaus e.V. hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1985 erheblich für das Migrationsmuseum verdient gemacht: So hat er in den vergangenen Jahrzehnten eine bedeutende Grafiksammlung erworben und den Grundstock für die Bibliothek zur deutschen Ein- und Auswanderungsgeschichte zusammengetragen. Diese wurde als Präsenzbibliothek, dank der Unterstützung der Stiftung Deutsches Auswandererhaus, 2013 im historischen Seeamt eröffnet. Auch organisiert der Freundeskreis jedes Jahr eine Vortragsreihe mit ausgewiesenen Experten sowie Konzerte, Lesungen und Filmvorführungen, die mit deutscher Migrationsgeschichte zu tun haben. Die Matineen finden in den Räumlichkeiten des Deutschen Auswandererhauses statt.

Absage – Vortrag verschoben!

Der Vortrag über Alexander von Humboldt als Migrationsforscher, der am Sonntag, 15. März 2020, auf Einladung des Freundeskreises Deutsches Auswandererhaus hätte stattfinden sollen, ist leider abgesagt worden. Der renommierte Humboldt-Experte Prof. Dr. Oliver Lubrich von der Universität Bern wird den Vortrag zu einem anderen Zeitpunkt nachholen.

“Alexander von Humboldt als Migrationsforscher”: Vortrag Prof. Dr. Oliver Lubrich, Universität Bern, am Sonntag, 15. März 2020, um 10.30 Uhr

Alexander von Humboldt hatte das, was man heute einen „Migrationshintergrund” nennt: Mütterlicherseits stammte er von hugenottischen Einwanderern ab. Er selbst verließ Deutschland als junger Mann und unternahm eine fünfjährige Expedition durch Amerika. Zwei Jahrzehnte lebte er in Paris und erwog, nach Mexiko auszuwandern. Auf Einladung des Freundeskreises Deutsches Auswandererhaus stellt der renommierte Humboldt-Experte Prof. Dr. Oliver Lubrich von der Universität Bern Alexander von Humboldt von einer ganz anderen Seite vor – als Migrationsforscher.

Humboldts Werk enthält originelle Beiträge zur Erforschung von Migrationen: Lektüren mittelamerikanischer Bildcodices, aus denen er Rückschlüsse auf die Wanderungen amerikanischer Völker zieht; eine Geschichte der Wissenschaften als Geschichte von Kolonisierungs- und Migrationsbewegungen; aber auch in seiner Pflanzengeographie, die als botanische Migrationskunde zu verstehen ist. Seine Beiträge ergänzte Alexander von Humboldt mit Abbildungen, die der Literaturwissenschaftler Lubrich in seinem Vortrag analysieren wird.

Oliver Lubrich ist Professor für Komparatistik an der Universität Bern. Er publizierte Monographien über „Shakespeares Selbstdekonstruktion“ (2001), „Postkoloniale Poetiken“ (2004), „Botanik in Bewegung“ (2019) und „Emotionen auf Expeditionen“ (2019). Lubrich ist zudem Projektleiter der Berner Ausgabe von Alexander von Humboldts „Sämtliche Schriften“ (2019). In einem weiteren Forschungsprojekt dokumentiert der Literaturwissenschaftler die Berichte internationaler Autoren aus Nazi-Deutschland.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.

www.freundeskreis-dah.de

Prof. Dr. Oliver Lubrich / Foto: privat