Märchen im Gepäck

Interkulturelle Begegnung mit Speisenverkostung am Donnerstag, 20. Juni 2019, um 17.00 Uhr.

Von der Märchensammlung der Brüder Grimm bis zu den arabischen Geschichten aus 1001 Nacht: Märchen sind ein kulturübergreifendes Phänomen. Ihre jeweiligen Motive und Erzählformen bieten einen faszinierenden Einblick in die Gedankenwelt unterschiedlicher Kulturen. Im Rahmen des Bremer Stadtmusikantensommers lädt das Deutsche Auswandererhaus zu einem Blick über den Tellerrand ein - und das in doppelter Hinsicht: Arabische Geschichten und Speisen ergänzen sich bei einer märchenhaften Begegnung zwischen den Kulturen.

So unterschiedlich Märchen auch sein mögen, eines haben fast alle gemeinsam: Zwischen „Es war einmal“ und „Und wenn sie nicht gestorben sind …“ geht trotz einiger Hindernisse und Schwierigkeiten so mancher Wunsch in Erfüllung. Nach Regen kommt Sonne, nach dem Familienzwist die Hochzeit - und vor allem: Mut, Geduld und Tapferkeit zahlen sich am Ende aus. Und im realen Leben?

Als Khalil Koto im Jahr 2014 mit seiner Familie in Deutschland kommt, hat er bereits einen weiten Weg hinter sich. In Syrien hatte er sich eine Existenz aufgebaut, als Elektroingenieur gearbeitet, eine Familie gegründet. Dann kam der Krieg. Mit seiner Frau und seinen vier Kindern floh er nach Deutschland. Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni erzählt er, welche Märchen ihn und seine Familie auf seinem Weg begleiteten. Und er berichtet von so mancher märchenhafter Fügung in seiner eigenen Familiengeschichte, die seit 2016 in der Dauerausstellung des Deutschen Auswandererhauses präsentiert wird. Eine Begegnung zwischen den Kulturen, auch in sprachlicher Hinsicht: Durch die Anwesenheit eines Übersetzers ist die Teilnahme für deutsch- und arabischsprachige Besucher möglich.

Anschließend sind alle zu einer Verkostung syrischer Speisen eingeladen.

Preis (inkl. Verkostung): 9,50 €
Begrenzte Teilnehmerzahl. Telefonische Anmeldung erwünscht: 0471 / 90 22 0 -0.

Das Foto aus dem Jahr 2003 zeigt Khalil Koto in seinem Heimatort Karagoule bei Afrin im Nordwesten Syriens. Das Tuch, das er trägt, hat für ihn eine besondere Bedeutung: „Ich verbinde es mit meiner kurdischen Herkunft und Kultur. Es ist ein Symbol für den Wunsch nach Frieden und Freiheit, den jeder Kurde in sich trägt. Ein Gefühl, das ich nicht beschreiben kann. Wenn man es in eine andere Sprache übersetzt, verliert es seine Bedeutung.“ © Sammlung Deutsches Auswandererhaus