Objekt des Monats: Ölgemälde, 1967

Jedes Objekt in der Sammlung des Deutschen Auswandererhauses erzählt eine ganz persönliche Auswanderungs- oder Einwanderungsgeschichte. In dieser Rubrik stellen wir Ihnen jeden Monat ein anderes Objekt vor – eine Fotografie, ein Dokument oder ein persönliches Erinnerungsstück.

© Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Objekt des Monats Juni 2021

Ölgemälde, 1967

anlässlich der Eröffnung des Neubaus des Deutschen Auswandererhauses am 26. Juni 2021.

 

Material:
Öl auf Leinwand, Holzrahmen

Maße:
75 cm x 66 cm x 4 cm

Schenkung:
Adriana Olsson
© Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Historische Einordnung

Der Monat Juni steht für uns, das Team des Deutschen Auswandererhauses, ganz im Zeichen der Eröffnung der zweiten großen Erweiterung am 26. Juni 2021. Wir freuen uns darauf, den Besucher:innen alle unsere Neuheiten präsentieren zu dürfen. Hier schon einmal eines von über 300 neuen Objekten, die wir unseren Besucher:innen zusätzlich zu den bereits zu sehenden Stücken zeigen werden.

Kurzbiographie Adriana Olsson

Außerdem erwarten sie viele neu aufgearbeitete authentische Lebensgeschichten und von Ein- und Auswander:innen. Eine von ihnen: Adriana Olsson.

Im Jahr 1933 wird Adriana Ruja im transilvanischen Cluj, auf deutsch Klausenberg, in Siebenbürgen geboren. Ihre Familie mütterlicherseits stammt aus Niedersachsen und Baden-Württemberg, vor einigen hundert Jahren kommt die Familie nach Cluj in Siebenbürgen. Ihr Vater ist Rumäne und Direktor der Universität der Stadt. Adriana Olsson erlebt mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges schwierige Zeiten. Ändern sich doch oft die Grenzen und wechselt Rumänien die Seiten im Krieg. Adriana Olssons Mutter entgeht nur um Haaresbreite eine Deportation in die Sowjetunion.

Im Jahr 1973 gelingt es Adriana Olsson nach Deutschland zu kommen. Sie flüchtet. Für die deutsche Minderheit alles andere als einfach. Um Hilfe muss Adriana Olsson kämpfen. Im Jahr 1986 jedoch wendet sich dann das Blatt für sie. Sie heiratet den Diplomingenieur Olof Olsson und steigt mit ihm gemeinsam in die High Society Münchens auf. Die beiden bereisen die Welt und genießen ihre Zweisamkeit. Nach schwerer Krankheit verstirbt Olof Olsson im Jahr 2012. Adriana Olsson gründet die „Adriana und Dr. Olof Olsson-Stiftung“, die am Deutschen Auswandererhaus angesiedelt ist, zur Kultur- und Bildungsförderung. Sie verstirbt im Jahr 2016.

Bedeutung des Objektes

Adriana und Olof Olsson sammeln auf ihren Reisen viele Kunstwerke, oft sind es landschaftliche Motive, die an die Reisen erinnern sollen. Das Ölporträt aus dem Jahr 1967 zeigt Adriana Olsson vor ihrer Einreise nach Deutschland als junge Frau. Das Gemälde ist von einem Freund des Vaters gemalt worden. Wie viele der Einrichtungsgegenstände ihrer Familie nimmt Adriana Olsson auch dieses Gemälde mit und bewahrt es in guter Obhut.

Wir freuen uns sehr darauf, Ihnen die Geschichte von Adriana Olsson und vielen anderen Aus- und Einwander:innen ab dem 26. Juni 2021 im „neuen“ Deutschen Auswandererhaus zu erzählen.

Haben auch Sie …

... eine Aus- oder Einwanderungsgeschichte Ihrer Familie zu erzählen und möchten diese mit den dazugehörigen Objekten und Dokumenten dem Deutschen Auswandererhaus für seine Sammlung übergeben? Dann kontaktieren Sie bitte Dr. Tanja Fittkau unter der Rufnummer 0471 / 90 22 0 – 0 oder per E-Mail unter: t.fittkau@dah-bremerhaven.de.

Weitere Informationen zu Schenkungen und zu unserer Museumssammlung finden Sie auf der Seite Sammlung.

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