Radioprogramm, 1959
Im August 1930 wird Hannelore Mabry (geb. Katz) in Chemnitz geboren. Nach ihrem Abitur im Jahr 1947 absolviert sie als Stipendiatin in Bonn die städtische Schauspielschule. Darauf folgen verschiedene künstlerische Tätigkeiten und Schauspielengagements. Im Jahr 1956 heiratet sie US-Amerikaner Paul Mabry. Hannelore Mabry entschließt sich Ende 1956 zur Auswanderung nach Boston. Ihre Tochter Cosima aus erster Ehe und sie machen sich gemeinsam auf den Weg. In den USA arbeitet Hannelore Mabry unter ihrem Künstlerinnennamen Loreley Katz für die Radiosendung „German Radio Hour“ als Sprecherin. Nach Aussage ihrer Tochter wurde Hannelore Mabry in den USA aber „nicht glücklich“ und entschloss sich im Jahr 1958 zurück nach Deutschland zu kehren. Nach einiger Zeit orientiert sich Hannelore Mabry neu und beginnt 1966 ein Studium an der Ludwig-Maximillians-Universität in München. 1971 veröffentlicht sie ihre Abschlussarbeit unter dem Titel Unkraut ins Parlament zum Thema der Bedeutung parlamentarischer Arbeit von Frauen. Sie gründet das Frauenforum München e. V. und ist Herausgeberin der Zeitschrift Frauenforum – Stimme der Feministen, später Der Feminist. Diese gilt als erste überregionale feministische Zeitschrift der Bundesrepublik. Später organisiert und begleitet sie außerdem unterschiedliche öffentliche Aktionen, beispielsweise die Münchner Dombesetzung zum Aufruf gegen Gewalt. 1988 gründet Hannelore Mabry mit neun anderen Personen den Verein zur Förderung des Bayerischen Archivs der Frauenbewegung. Als Ziel des Vereins gilt die Förderung wissenschaftlicher Arbeiten zur Frauenbewegung. Hannelore Mabry verstirbt im Jahr 2013 in München. Sie war Feministin, Pazifistin und alleinerziehende Mutter. Ihre Tochter Cosima Wolter hinterlässt dem Deutschen Auswandererhaus Teile des Nachlasses ihrer Mutter, Hannelore Mabry.
