Einwanderer erzählen Stadtgeschichte

Architektur: Andreas Heller Architects & Designers, Hamburg

Sind Sie oder Ihre Vorfahren nach Bremerhaven eingewandert? Dann können Sie zukünftig daran mitwirken, die Stadtgeschichte neu zu erzählen. Der Neubau des Deutschen Auswandererhauses wird nämlich eine einzigartige Fassade erhalten: Ab dem Frühjahr 2021 zeigen mehr als hundert Porträts Einwanderer, die nach Bremerhaven gekommen sind, um hier zu leben – für immer oder für einige Zeit. Für diese Portraits sucht das Migrationsmuseum Mitwirkende, die ihr eigenes Porträt oder das eines Vorfahren für die Fassade zur Verfügung stellen möchten.

Damit wird das Stadtbild ab 2021 etwas widerspiegeln, das seit der Gründung Bremerhavens eine Normalität darstellte: Männer und Frauen kamen in die Seestadt, um hier auf Zeit oder für immer zu leben. Die ersten Einwanderer der Stadt Bremerhaven waren auch ihre Erbauer: niederländische Arbeiter halfen Ende der 1820er Jahre mit, den heutigen Alten Hafen zu errichten. Seitdem hat die Stadt zahlreiche Einwanderer aufgenommen: Chinesen, die in den Wäschereien der Reederei Norddeutscher Lloyd arbeiteten. Vertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler, die hier ein neues zuhause fanden. Portugiesen und Türken, die Jobs in der Fischindustrie übernahmen. Und in den letzten Jahren bot sie Afghanen und Syrern Schutz vor Krieg. Ähnliche Geschichten kann fast jede deutsche Stadt erzählen: Stadtgeschichte ist auch Einwanderungsgeschichte. Deswegen steht hier Bremerhaven beispielhaft für viele andere Orte.

Seit der Eröffnung des Deutschen Auswandererhauses befinden sich bereits zahlreiche Erinnerungssteine an Auswanderer, die über Bremerhaven nach Übersee zogen, im Pflaster rund um das Museum. Die Erinnerungssteine und die Portraitreliefs zeigen zukünftig beispielshaft beide Seiten der deutschen Migrationsgeschichte: die Aus- und die Einwanderungsgeschichte. Im Inneren des Museums finden die Besucher dann die neue umfangreiche Dauerausstellung zu 300 Jahren deutscher Migrationsgeschichte sowie die Geschichte über das Zusammenleben im Einwanderungsland Deutschland.

Die Portraits der Einwanderer werden in einem besonderen technischen Verfahren für die Fassade aufbereitet: Am Ende wird ein Relief auf einer Betonplatte stehen, das Teil der Fassade sein wird. Und so natürlich für Jahrzehnte fester Bestandteil des Deutschen Auswandererhauses ist.

Informationen

Alle, die an dem Aufruf teilnehmen möchten, werden gebeten, sich bis zum Freitag, 10. Januar 2020, beim Deutschen Auswandererhaus unter der Telefonnummer 0471 / 90 22 0-0 oder der Email-Adresse info@dah-bremerhaven.de zu melden. Gerne kann der Aufruf auch weitergegeben werden: Denn viele, die zuerst nach Bremerhaven kamen, sind irgendwann in eine andere Stadt weitergezogen. Auch sie sind herzlich eingeladen mitzumachen. Auch deshalb startet das Deutsche Auswandererhaus seinen Aufruf zwar zunächst in Bremerhaven, wird diesen aber in der nächsten Woche deutschlandweit ausweiten. Für die Auswahl der Porträts wird eine Jury im Januar 2020 im Deutschen Auswandererhaus tagen.

Weitere Informationen zur zweiten Erweiterung des Deutschen Auswandererhauses erfahren Sie hier.

 

BAUHERRIN:

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Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen mbH & Co. KG