Ausstellung im Deutschen Bundesrat
»16/16 Geschichten aus dem
Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven«
Wie Aus- und Einwanderung unsere Geschichte seit Jahrhunderten prägt, zeigt das Deutsche Auswandererhaus seit über 20 Jahren in Bremerhaven. Ab dem 8. Mai 2026 präsentiert das Museum im Deutschen Bundesrat auf Einladung des Bremer Bürgermeisters und amtierenden Bundesratspräsidenten Dr. Andreas Bovenschulte die Ausstellung „16/16 Geschichten aus dem Deutschen Auswandererhaus”.
Von der Individual- zur Landes- und Weltgeschichte
Die Ausstellung 16/16 Geschichten aus dem Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven stellt sechzehn einzigartige Lebenswege vor – jeder führt in eines der 16 Bundesländer hinein oder aus ihm heraus. So geht es unter anderem von Südafrika nach Sachsen-Anhalt und von dort weiter nach Bremen. Von Bremen nach New York. Von New York zurück auf die Nordseeinsel Föhr. Aus- und Einwanderungsbiographien von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senior: innen spannen internationale Netzwerke vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Erzählt die jüngste Geschichte von den Auswanderungshürden, die ein Bayer während der Corona-Pandemie überwinden musste, belegt die älteste Geschichte wie sich ein französischer Adliger um das Jahr 1800 als Revolutionsflüchtling in Hamburg ein neues Leben aufbaute. Jede der 16 Biografien wird illustriert durch einzigartige Lithographien, Fotos, Dokumente oder Erinnerungsstücke aus der Sammlung des Deutschen Auswandererhauses. Sie dokumentieren deutsche Migrationsgeschichte in allen Facetten: Ein enggeschriebener Brief berichtet davon, wie 1832 Ziegenmilch einen Säugling auf der Überfahrt nach Amerika rettet. Eine schwarze Reiterkappe zeugt vom deutschen Kolonialismus in China. Eine blaue Plastikente wird zum Symbol für den langen, nicht immer geradlinigen Prozess des Ankommens in Deutschland.. Ein selbstgeschriebenes Gedicht reimt über den Frieden, den die Enkel eines Russlanddeutschen in der Bundesrepublik endlich fanden.
Jede einzelne Lebensgeschichte steht für sich, und gleichzeitig verdichtet sich in allen ein Stück Landes- und Weltgeschichte. „Die 16 Lebenswege dieser Ausstellung laden dazu ein, Migration aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und ein tieferes Verständnis füreinander zu entwickeln“, betont Bremens Bürgermeister und amtierender Bundesratspräsident Dr. Andreas Bovenschulte. „Sie machen Mut, sich mit Offenheit, Empathie und Neugier auf die Erfahrungen anderer einzulassen und deren Lebenswege nachzuvollziehen.“
Besuch der Ausstellung
Seit 2015 öffnet der Bundesrat regelmäßig seine Türen für wechselnde Ausstellungen. Künstler:innen mit Bezug zu dem Land, das aktuell die Bundesratspräsidentschaft innehat, präsentieren ihre Arbeiten im Lichthof West. Mit der Ausstellung des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven ergänzt nun erstmals eine kulturhistorische Ausstellung das Programm. Die Ausstellung ist vom 8. Mai bis 31. Oktober 2026 zu sehen und kann im Rahmen einer Kunstführung besichtigt werden. Termine und Informationen zur Anmeldung sind über www.bunderat.de abzurufen.
Über das Deutsche Auswandererhaus
as Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven ist das älteste und größte Migrationsmuseum Deutschlands. Es zeigt, wie Migration Menschen bewegt – vom 17. Jahrhundert bis heute. Am historischen Standort eines der größten europäischen Auswanderungshäfen sammelt, bewahrt und erzählt das Museum Biographien und Objekte, die Migration erlebbar machen. Seit seiner Gründung im Jahr 2005 ist so eine der bedeutendsten Sammlungen zur Migrationsgeschichte mit ca. 35.000 Objekten aus der Zeit von 1692 bis heute und aus über 50 Ländern entstanden. Mit einer partizipativen Dauerausstellung, regelmäßigen Sonderausstellungen und zahlreichen Veranstaltungen ist das Museum ein Ort des Wissens, des Austauschs und der Begegnung und verleiht den Menschen eine Stimme, die in der Geschichte immer wieder überhört worden sind.
Bildmaterial
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