Mit seiner Sammlung und Präsentation von 300 Jahren deutscher Auswanderungs- und Einwanderungsgeschichte stellt das im Jahr 2005 eröffnete Deutsche Auswandererhaus das einzige Migrationsmuseum in Deutschland dar. 

Sammlung

Zeugnisse von Auswanderern und Einwanderern, Flüchtlingen und Vertriebenen

Wozu sammelt das Deutsche Auswandererhaus?

- Um die deutsche Migrationsgeschichte und ihre Objekte als Kulturgut zu erhalten.
- Um die Lebensgeschichten von Migranten lebendig zu halten.

Die Migrationsgeschichte Deutschlands ist von Aus- und Einwanderung geprägt. Daraus ergeben sich für unser Museum zwei Sammlungsgebiete:

- die deutsche Emigration nach Übersee,
- die internationale Immigration nach und nationale Binnenmigration innerhalb von Deutschland,
- zurzeit beschränkt sich das Museum auf den Zeitraum vom 18. Jahrhundert bis heute.

Da der Standort des Museums, Bremerhaven, der größten kontinentaleuropäische Auswandererhafen war, bildet einen weiteren Sammlungsschwerpunkt des Deutschen Auswandererhauses:

- die europäische Transitmigration nach Übersee über deutsche Häfen, insbesondere Bremerhaven, im 19. und 20. Jahrhundert.

Das Deutsche Auswandererhaus betrachtet Migration als einen festen Bestandteil deutscher Geschichte und würdigt die Leistungen von Migranten – Auswanderern wie Einwanderern – und der Mehrheitsgesellschaften.

Folgende Objekte, Dokumente und Bilder sammeln wir als Zeugnisse der deutschen Migrationsgeschichte:

- kollektive Gedächtnisobjekte (ob Grenzpfahl oder Schiffsausstattung),
- (Erinnerungs)Objekte, die die individuellen Lebensgeschichten begleiten und dokumentieren (ob Koffer, Kleidungsstück oder Kamera),
- persönliche und offizielle Dokumente (vom Brief bis zum Reisepass),
- Medienträger (Fotos, Filme etc.),
- Werke der bildenden Kunst (Gemälde, Grafiken etc.),
- gedruckte Publikationen (Bücher, Zeitschriften, Landkarten etc.).

Neben diesen materiellen Zeugnissen sammelt das Deutsche Auswandererhaus auch mündliche Zeugnisse in seinem Oral History-Archiv. Es handelt sich um die teils über Generationen weitererzählten Lebensgeschichten von Aus- und Einwanderern oder ihren Nachfahren, die entweder schriftlich dokumentiert oder per Tonband aufgezeichnet werden. Zurzeit umfasst die Sammlung des Deutschen Auswandererhauses etwa 3.000 Familiengeschichten mit den dazugehörigen Konvoluten. Alle Sammlungsgegenstände werden von der wissenschaftlichen Abteilung des Museums sensibel aufgenommen, verantwortungsvoll dokumentiert und fachgerecht bewahrt. So können sie zu Forschungszwecken genutzt und in Sonderausstellungen öffentlich präsentiert werden.

Kartenausschnitt Deutsches Auswandererhaus Migrationsmuseum

Portraets Deutsches Auswandererhaus

Kommnick Deutsches Auswandererhaus

Über die Museumssammlung

Was waren das für Menschen, die zwischen 1830 und 1974 von Bremerhaven aus in die USA und andere Länder der „Neuen Welt“ aufbrachen? Im Deutschen Auswandererhaus empfinden die Besucher*innen diese Reise nach. Aber das ist nur die Ausstellung. Im Hintergrund wird ständig weiter geforscht. Und immer wieder tauchen neue Geschichten auf, die die Migrationsforscher*innen und Historiker*innen des Museums bearbeiten. Nicht selten gehört dazu auch detektivischer Spürsinn, um die einzelnen Puzzle-Teile einer Biographie zu einer vollständigen Familiengeschichte zusammensetzen zu können.

Lesen Sie hier den Blogbeitrag „Eine biographische Spurensuche“ im Logbuch Bremerhaven.

Aufruf

Objekte, Fotos und Dokumente gesucht – und Geschichte(n)

Wir suchen:

- Ihre Auswanderungsgeschichte oder die Geschichte Ihrer Vorfahren
- Ihre Einwanderungsgeschichte oder die Geschichte Ihrer Vorfahren

Erzählen Sie uns Ihre ganz persönliche Familiengeschichte und ergänzen Sie durch Objekte, die Ihre Aus- bzw. Einwanderung oder diejenige Ihrer Vorfahren illustrieren, die Sammlung des Deutschen Auswandererhauses. Wir freuen uns über:

- persönliche Schriftstücke, wie Briefe, Postkarten, Tagebücher, Poesiealben,
- Dokumente und Reiseunterlagen, wie Reisepass, Einbürgerungsurkunde, Schiffs-/Flugticket,
- Fotografien, aus der alten und der neuen Heimat sowie
- persönliche Erinnerungsstücke, etwa aus dem Handgepäck (wie eine Brosche oder ein Schlüsselanhänger) oder aber Dinge, die an die alte Heimat, an die Familie und Freunde oder an den Neubeginn in Übersee erinnern.

Bitte beachten Sie, dass wir nur Originale in unsere Sammlung übernehmen. Ihre Schenkung dient der Forschung und kann in Sonderausstellungen präsentiert werden. Sie erhalten einen Schenkungsvertrag über die dem Museum übergebenen Dokumente und Objekte.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Deutsches Auswandererhaus
Dr. Tanja Fittkau
Columbusstraße 65
27568 Bremerhaven
Tel: 0471 / 90 22 0 – 0
E-Mail: t.fittkau@dah-bremerhaven.de

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