Gerwien, Magdalena; et.al.: „31x Ankommen. Geschichten vom Einwandern“
Hg. von Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven, edition DAH, 2022.
Preis: 9,90 €
34 Menschen mit Migrationsgeschichte, mal allein, mal zu zweit, sind auf 31 Betonplatten auf der neuen Fassade des Deutschen Auswandererhauses zu sehen. In einem bundesweiten Aufruf durch das Museum ausgewählt und in einem aufwändigen High-Tech-Verfahren auf Reliefplatten in die dritte Dimension gebracht, machen ihre Porträtfotos die neu entwickelte Ausstellung zur Einwanderungsgeschichte Deutschlands auch im Äußeren des Gebäudes sichtbar.
Die Lebensgeschichten der Porträtierten erzählt das neue Buch „31x Ankommen. Geschichten vom Einwandern“, die anekdotisch und mit großformatigen Fotos vorgestellt werden. Sie alle stellen persönliche Momente einer Einwanderungsgeschichte Deutschlands im 20. und 21. Jahrhundert dar. Das Spektrum ist entsprechend breit: Die Berichte reichen von der Verschickung einer Halbwaise aus den USA nach Deutschland, von starken Frauen, die die Flucht aus Schlesien im heutigen Polen allein meistern, und einem Kind, das durch sein Schweigen die Flucht aus der DDR möglich macht, bis zu einem türkischen Teenager in einem oberfränkischen Dorf der 1970er Jahre. Transnationale Liebesgeschichten und Migrationen über mehrere Generationen finden ebenso einen Platz wie die traumatischen Fluchterfahrungen aus dem heutigen Afghanistan, Syrien und Guinea. Bremerhaven als wichtiger Ankerpunkt der Geschichten ist oft historischer Zufall: es hätte auch jede andere westdeutsche Stadt sein können. Begleitet werden die Biographien jeweils von einem „Historischen Schnittpunkt“ – einem Moment, der individuelle und allgemeine Migrationsgeschichte verbindet und zum weiteren Nachforschen im Museum einladen soll.
Das Buch im handlichen Format lädt zudem als Architekturführer zum Entdecken der neu Fassade vor Ort ein und reflektiert die Frage nach der Beziehung von Museum und urbanen Raum.