Weser-Elbe Sparkasse bleibt Bildungsförderer

Seit der Eröffnung des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven im Jahr 2005 ist die Sparkasse ein verlässlicher Bildungspartner des Migrationsmuseums: Alljährlich fördert sie die (Weiter-)Entwicklung von museumspädagogischen Programmen für Schulklassen und Vermittlungsangeboten für Besucher mit einer fünfstelligen Summe. Auch 2018/2019 hat die Weser-Elbe Sparkasse (WESPA) dem preisgekrönten Erlebnismuseum wieder Projektmittel zur Verfügung gestellt.

Was beutet Heimat für Museumsdirektorin Dr. Simone Eick (li.) und WESPA-Vorstand Peter Klett? Museumspädagogin Antje Buchholz entwickelte diese interaktive Umfragewand. © Deutsches Auswandererhaus / Foto: Manuel Krane

„Gute und wichtige Investition in die Bildung“

„Wir konnten mithilfe der Fördergelder ein neues Angebot entwickeln, um die Debattenkultur bei unseren Besuchern zu fördern, und sind der WESPA außerordentlich dankbar für diese Möglichkeit und für ihre großartige Unterstützung über all die Jahre“, sagt Dr. Simone Eick, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses.

„Das Deutsche Auswandererhaus leistet mit seiner Bildungs- und Vermittlungsarbeit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Toleranz, mit der man nicht früh genug beginnen kann. Der fünfstellige Betrag, der aus dem Lotteriespar-Zweckertrag zur Verfügung gestellt wird, ist eine stolze Fördersumme. Es ist aber eine gute und wichtige Investition nicht nur in die Bildung von Kindern und Jugendlichen, sondern auch das Miteinander unterschiedlicher Kulturen in unserer Gesellschaft“, so Peter Klett, Vorstandsvorsitzender der Weser-Elbe Sparkasse, zur Förderung des Deutschen Auswandererhauses.

Dass Migration und Emotionen eng beieinanderliegen, haben die zahlreichen hitzigen Debatten in den vergangenen Jahren gezeigt. Um einen sachlichen und dennoch offenen Meinungsaustausch zu fördern, hat Antje Buchholz, die am Deutschen Auswandererhaus auch für die Museumspädagogik zuständig ist, eine Umfragewand konzipiert. Diese interaktive Wand hilft dabei, den Dialog der Besucher untereinander und mit den Wissenschaftlern des Migrationsmuseums zu fördern. Gleichzeitig erforscht die Kulturwissenschaftlerin damit auch das Meinungsbild des gesellschaftlichen Durchschnitts, der sich in der Besucherschaft des Deutschen Auswandererhauses widerspiegelt. An mehreren Aktionstagen fand so im vergangenen Jahr bereits ein reger Meinungsaustausch über Heimat, ausländische Pflegekräfte und die Wahlerfolge populistischer Parteien statt. Auch für Schulklassen wird die Wand eingesetzt; zuletzt kam sie bei Europas größter Bildungsmesse „didacta“ zum Einsatz, die Mitte Februar in Köln stattfand.

Ausgehend von verschiedenen Fragen beziehen die Museumsbesucher Stellung und stimmen vorgegebenen Argumenten zu – oder auch nicht. „So fragen wir zum Beispiel, was für unsere Besucher Heimat bedeutet“, erklärt Antje Buchholz. Zur Auswahl stehen verschiedene Statements, wie „Menschen sind meine Heimat“, „Ein bestimmter Ort ist meine Heimat“, „Im Internet finde ich Heimat“. Diese markieren die Museumsgäste entsprechend ihrer Meinung mit farbigen Magneten auf der öffentlichen Umfragewand. „Die Besucher beginnen schnell, miteinander zu diskutieren, erhalten aber auch die Gelegenheit, ihre persönliche Meinung in das Stimmungsbild der Gesellschaft einzuordnen“, erklärt Antje Buchholz. Die Erkenntnisse, die die Wissenschaftler des Deutschen Auswandererhauses auf diese Weise erzielen, fließen in die didaktische Museumsarbeit ein.