Wir suchen Geschichten und Objekte

Für die Erweiterung unserer Dauerausstellung suchen wir zu verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Debatten Zeitzeugen aus dem gesamten Bundesgebiet. Wir sind für jede Unterstützung dankbar und freuen uns, wenn Sie Kontakt zu unseren Wissenschaftler*innen aufnehmen.

Alle weiteren Informationen zu den Debatten und dem, was wir suchen, finden Sie hier.

„Lastenausgleich“

Das von der Bundesregierung am 14. August 1952 beschlossene Lastenausgleichsgesetz sah vor, von Kriegsfolgen geschädigte Deutsche – darunter auch diejenigen, die durch Vertreibung aus früher nicht zum Deutschen Reich gehörenden Gebieten nach Westdeutschland kamen – zu entschädigen. Für die junge Bundesrepublik bedeutete die Auseinandersetzung über die Kosten der Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen einen wichtigen Schritt zur Klärung des eigenen Selbstverständnisses. Heftig umstritten waren sowohl der Umfang als auch die Finanzierung der Zahlungen. Nicht selten erlebten die Betroffenen die Ausgleichszahlungen nicht mehr, da diese größtenteils erst Ende der 1970er Jahre vollständig ausgezahlt worden sind.

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Debatte um doppelte Staatsbürgerschaft

1998 plante die rot-grüne Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag die „Schaffung eines modernen Staatsangehörigkeitsrechts“. Dabei entbrannte vor allem bei der geplanten Ermöglichung von Mehrstaatigkeit ein Streit zwischen Koalition und Opposition. Dieser gipfelte im Januar 1999 in einer bundesweiten Unterschriftenkampagne der CDU/CSU unter dem Motto „Ja zur Integration – nein zur doppelten Staatsbürgerschaft“. In zahlreichen Städten wurden unterschiedliche Protestaktionen durchgeführt, so etwa die von hessischen Ausländerbeiräten gemeinsam mit Bündnispartnern organisierte „Toleranzmeile Hessen“. Im Jahr 2000 endete die Debatte vorerst mit einer Neuregelung des Staatsangehörigkeitsrechts, die unter anderem eine temporäre Mehrstaatigkeit – so genannte Optionspflicht – bei Drittstaatsangehörigen vorsah.

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Arbeitskämpfe

In den 1960er und 1970er Jahren kamen immer mehr Ausländer zum Arbeiten in die BRD. Sie wurden v.a. im Bereich der Industrie und Gastronomie für schwere, schmutzige, teils gefährliche und gering bezahlte Arbeit engagiert. Früh schon keimten Proteste gegen die hiesigen Arbeitsbedingungen auf: Oft herrschten hohes Arbeitspensum und immenser Arbeitsdruck. Viele ausländische Arbeitnehmer verdienten trotz gleicher Arbeit weniger Geld als ihre deutschen Kollegen, hinzu kamen die teils schlechten Wohn- und Lebensbedingungen. In Niedersachsen z.B. wurden größere Streiks, wie beim VW-Werk in Wolfsburg oder bei Bahlsen in Barsinghausen, von ausländischen Arbeitern geführt. Die Proteste für bessere Arbeits-, Wohn- und Lebensbedingungen waren auch ein Kampf der ausländischen Arbeitnehmer um Anerkennung, mit dem sie erstmals politisch in Erscheinung traten.

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Asyldebatte

Seit Beginn der 1980er Jahre wurde das Recht auf politisches Asyl in der BRD zum Gegenstand einer immer schärfer geführten Debatte – innenpolitisch wie öffentlich. Sie war im Kern eine Auseinandersetzung darüber, wie mit den steigenden Zahlen von Asylbewerbern umzugehen sei. Viele Kommunen klagten über eine Überlastung ihrer Aufnahmemöglichkeiten: Hamburg wich damals wegen fehlender Standorte auch auf Wohncontainerschiffe aus. In Bremen sorgte 1991 der Beschluss der Landesregierung für bundesweites Aufsehen, keine Anträge von Asylbewerbern aus Rumänien und Polen mehr anzunehmen. Überall in Deutschland gewannen im Zuge der „Asyldebatte“ rechtsextremistische Parteien an Aufwind. Es kam im Westen und Osten Deutschlands zu zahlreichen gewalttätigen Übergriffen, Pogromen und Mordanschlägen auf Ausländer oder Personen, die als solche wahrgenommenen wurden.

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