Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung

Die Stiftung Deutsches Auswandererhaus und das Deutsche Auswandererhaus verleihen alle zwei Jahre den mit 10.000 Euro dotierten „Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung“.

BERWERBUNGSSCHLUSS: 31. AUGUST 2017

Kalliope-Preis Stiftung Deutsches Auswandererhaus

Ausschnitt aus einem Bilderbogen. Cesare Ripa, Paris, 1677.

Preis

Mit dem Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung fördert die Stiftung Deutsches Auswandererhaus wissenschaftliche Arbeiten und Universitätsprojekte, deren Forschungsergebnisse Kultur- und Bildungseinrichtungen helfen, Migration weitsichtig, nachhaltig und global zu vermitteln. Besonders wichtig ist es, praxisnah zu arbeiten – so, wie es auch dem Ansatz des Deutschen Auswandererhauses entspricht, die deutsche Migrationsgeschichte informativ und erlebnisreich für alle Zielgruppen aufzubereiten, um die breite Gesellschaft für dieses Thema zu sensibilisieren.

Ausgezeichnet werden wissenschaftliche Arbeiten und Universitätsprojekte (Programme oder Initiativen, Ausstellungen oder Ratgeber/Publikationen) zur Einwanderung nach Deutschland oder zur deutschen Auswanderung.

Die Arbeiten sollen vorzugsweise aus den Fachbereichen Geschichte, Geographie, Sprach-, Kultur- und Religionswissenschaften, Philosophie, Soziologie oder Erziehungswissenschaft stammen und vor allem für Museen und Bildungseinrichtungen neue Erkenntnisse vermitteln über:

> Werte und Normen eines transkulturellen Zusammenlebens
> Akkulturationsprozesse
> kulturelle Diversität und soziale Mobilität
> Selbst- und Fremdwahrnehmung
> Rassismus in Einwanderungsgesellschaften

 

Preisgeld

Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro.

Die eine Hälfte des Preisgeldes (5.000 Euro) geht zur freien verfügung an den Fachbereich oder die kooperierenden Fachbereiche bzw. die Verfasserin oder den Verfasser des ausgezeichneten Werkes/Projektes. Mit der anderen Hälfte des Preisgeldes (5.000 Euro) wird ein Kooperationsprojekt zwischen dem Preisträger und dem Deutschen Auswandererhaus verwirklicht.

Ziel des Kooperationsprojektes soll es sein, gemeinsame Forschungs-/Bildungsprojekte, Fachkonferenzen oder Publikationen zu entwickeln und umzusetzen. Inkludiert sind Honorar-, sachmittel, Reisekosten etc., die dem Preisträger durch das Kooperationsprojekt entstehen. Idealerweise werden in diese Projekte noch andere Museen oder Universitäten eingebunden.

Das Preisgeld hat mit Dr. Joachim Ditzen-Blanke, dem Herausgeber der Nordsee-Zeitung, ein langjähriger Förderer und großzügiger Unterstützer des Deutschen Auswandererhauses gestiftet.

Bewerbung

Auf welchem Wege dürfen die Bewerbungen eingereicht werden?
> Die vollständigen Bewerbungsunterlagen müssen über die Fachbereichsverwaltung der Universität bzw. die Abteilungsleitung der Forschungsinstitution eingereicht werden.

Was muss eine Bewerbung unbedingt enthalten?
> die Arbeit bzw. Beschreibung des durchgeführten Projektes;
> eine maximal zweiseitige Zusammenfassung der Arbeit bzw. des Projektes;
> ein Bewerbungsschreiben, in dem die Intention dieser Arbeit bzw. dieses Projektes vorgestellt und der Nutzen für Museen und andere Bildungseinrichtungen dargestellt wird;
> eine maximal vierseitige Ideenskizze für das Kooperationsprojekt, das mit dem Deutschen Auswandererhaus und ggf. weiteren Partnern durchgeführt werden soll.

Wann ist Bewerbungsschluss?
> 31. August 2017

Wohin soll die Bewerbung geschickt werden?
Stiftung Deutsches Auswandererhaus
KALLIOPE-PREIS
Columbusstraße 65
D-27568 Bremerhaven
Deutschland

Wann wird der Preis verliehen?
> am 18. November 2017 im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven

Die Bewerbungsbroschüre können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.

An wen wende ich mich bei Rückfragen zur Bewerbung?
Stiftung Deutsches Auswandererhaus
Frau Birgit Burghart
Projektassistenz Kalliope-Preis
Tel.: 0471 / 90 22 0 - 103
E-Mail: kalliope@dah-bremerhaven.de
    

Jury 2017

Die Jury besteht aus folgenden Mitgliedern:

> Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin
Constantin Schreiber, Journalist, Autor und Sprecher der „Tagesschau“
> Staatsrat Jörg Schulz, Vorstandsvorsitzender Stiftung Deutsches Auswandererhaus, Bremerhaven
Matthias Ditzen-Blanke, Stiftungsratsvorsitzender Stiftung Deutsches Auswandererhaus, Bremerhaven
Dr. Simone Eick, Direktorin, Deutsches Auswandererhaus, Bremerhaven
  

Kalliope

Kalliope ist die älteste und weiseste der neun Musen. Als Namensgeberin für den Preis wurde sie ausgewählt, weil sie Museen mit Forschung, Weisheit und Schönheit verbindet: Das Wort Museum leitet sich vom altgriechischen Wort für „Musentempel“ ab. Der Name Kalliope bedeutet auch die Schönstimmige. Zudem gilt sie als Muse der Wissenschaft und der Philosophie.

Gewann den im Jahr 2015 erstmals verliehenen Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung: Prof. Dr. Markus Tiedemann

Preisträger 2015

Prof. Dr. Markus Tiedemann
Institut für vergleichende Ethik der Freien Universität Berlin /
heute: Institut für Philosophie der Technischen Universität Dresden

Prof. Dr. Markus Tiedemann hat sich um die interkulturelle Verständigung in der Schule in Theorie und Praxis verdient gemacht. Das mit dem Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung 2015 ausgezeichnete Projekt stellt „die Schulung philosophischer Urteilskraft“ in den Vordergrund und versucht unter anderem, dem „Werte-Vermittlungsdilemma“ in der interkulturell geprägten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts entgegen zu wirken.

Die Wissenschaftler um Markus Tiedemann haben konkrete Hilfestellungen „für Lehrer, Pädagogen und streitbare Bürger“ entwickelt: Die Publikation „Unsere Tochter nimmt nicht am Schwimmunterricht teil!“ greift 50 religiös-kulturelle Konfliktfälle auf, mit denen Lehrkräfte und das Leitungspersonal verschiedener Schulformen konfrontiert werden – zum Beispiel: „Unser Sohn gibt einer Frau nicht die Hand!“, „Unser Kind muss während des Schultages beten können!“ oder „Unser Kind darf die Vertreibung der Armenier nicht als Völkermord bezeichnen!“. Hierfür befragten die Wissenschaftler Lehrkräfte und das Leitungspersonal verschiedener Schulformen systematisch nach Vorkommnissen in ihrem Alltag.

Der Ratgeber, den Religionswissenschaftler, Juristen und Philosophen/Ethiker gemeinsam erarbeitet haben, informiert über die kulturellen Wurzeln der jeweiligen Forderungen und alternativen Deutungen dieser Traditionen, stellt die geltende Rechtslage dar und spricht konkrete Empfehlungen aus.

Hier erfahren Sie mehr über den Kalliope-Preisträger 2015.

Stiftung Deutsches Auswandererhaus

Stiftung Deutsches Auswandererhaus

Die Stiftung Deutsches Auswandererhaus wurde im Januar 2006 gegründet. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Forschungs- und Ausstellungsprojekte des Deutschen Auswandererhauses zu unterstützen und das Museum international zu verankern.

Die Stiftung verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke und möchte das Museum in die Lage versetzen

> Exponate zum Thema Migration zu erwerben
> die Sammlung zu erweitern und wissenschaftlich zu bearbeiten
> Forschungsergebnisse zu veröffentlichen
> sein Archiv und seine Bibliothek auszubauen
> Ausstellungsprojekte zu verwirklichen

Der Sitz der Stiftung liegt in Bremerhaven. Die Stadt an der Wesermündung war der größte kontinentaleuropäische Auswandererhafen, von dem zwischen 1830 und 1974 mehr als 7,2 Millionen Menschen nach Übersee aufgebrochen sind. An diesem historischen und authentischen Standort wurde im August 2005 das Deutsche Auswandererhaus eröffnet. Nur knapp ein halbes Jahr später schlossen sich Vertreter der Bremerhavener Wirtschaft, die Stadt Bremerhaven und die Betreibergesellschaft des Museums zusammen, um die Stiftung Deutsches Auswandererhaus zu gründen und damit das Haus darin zu unterstützen, seine schon in der Gründungsphase begonnene museologische und wissenschaftliche Arbeit fortsetzen zu können.