Shifting Grounds

Mit der Veranstaltungsreihe „Shifting Grounds“ zeigt das Deutschen Auswandererhaus gemeinsam mit der Heinrich Böll-Stiftung Bremen Wege auf, wie Kunst und Kultur Krisen in kreative Kraft verwandeln.

Das Deutsche Auswandererhaus lädt in Kooperation mit der Heinrich Böll-Stiftung Bremen zur Vortragsreihe Shifting Grounds ein, eine Entdeckungsreise durch die Widerstandskraft von Kunst und Kultur in Zeiten großer Umbrüche. Globale Krisen, technologische Transformationen und gesellschaftliche Veränderungen stellen viele Gewissheiten in Frage – sie verändern Kultur, Umwelt, unser Zusammenleben und vielleicht sogar uns selbst. Seit nunmehr 20 Jahren beschäftigt sich das DAH mit Migrationsgeschichten, Perspektivwechseln und den Folgen von Aufbruch und Exil. In dieser Tradition richtet die Vortragsreihe den Blick auf bekannte, aber auch überraschende Beispiele künstlerischer und kultureller Beharrlichkeit aus Gegenwart und Geschichte.

Programm:

21.10.2025, 18:00 Uhr – Der Streit um die Erinnerung
Paweł Machcewicz (PL) & Edward Tepporn (USA) über Museen im Visier der Politik, auf Englisch
Die Nachricht, dass Donald Trump Ausstellungen berühmter US-Museen auf unbequeme Darstellungen der Geschichte überprüfen lassen wollte, sorgte international für Schlagzeilen. Doch auch in Europa ist der Kampf um historische Deutungshoheit nichts Neues: 2017 geriet Pawel Machcewicz, Gründungsdirektor des Museums des Zweiten Weltkriegs in Gdánsk, mit der polnischen Regierung aneinander – er wurde entlassen, das Museum umgestaltet. Machcewicz schildert die Ereignisse und diskutiert mit Edward Tepporn, Direktor des Angel Island Museums in San Francisco.

31.10.2025, 19:30 Uhr – Literatur als Ort der Auseinandersetzung
Doppellesung mit Dmitrij Kapitelman & Yevgeniy Breyger, Kooperation mit dem globale° Literaturfestival
Zwei Stimmen, zwei Gattungen, ein Thema: Wie Krieg und politische Gewalt Identität, Sprache und Beziehungen verändern. Dmitrij Kapitelman erzählt in seinem Roman Russische Spezialitäten von Flucht, Fremdheit und familiären Spannungen in der Sowjetunion und Deutschland. Yevgeniy Breyger setzt sich in seinem Gedichtband Frieden ohne Krieg mit den Folgen des Ukrainekriegs auseinander. Beide zeigen, wie politische Realität in die intimsten Bereiche dringt, und eröffnen zugleich Raum für Humor, Tragik und Schönheit.

04.11.2025, 18.00 Uhr – Utopie auf dem Mond?
Lesung und Diskussion mit Alexander Fromm
Die Idee der Space Migration als Antwort auf Perspektivlosigkeit ist kein modernes Phänomen: Bereits 1933 entwarf der Berliner Rabbiner Martin Salomonski in seinem Roman Zwei im andern Land eine utopische Vision: die jüdische Bevölkerung auf dem Mond – fern von Verfolgung und Antisemitismus. Alexander Fromm, Herausgeber der Neuedition, liest Passagen und ordnet den Text historisch wie gegenwärtig ein.

Eintritt frei. Aufgrund begrenzter Plätze wird um Anmeldung gebeten unter
Tel. 0471-90 22 00 oder veranstaltungen@dah-bremerhaven.de

Die Reihe wird im Frühjahr 2026 fortgesetzt.
Sie wird gefördert von der Dieckell Stiftung