Über uns

Geschichte

Die Geschichte des Deutschen Auswandererhauses beginnt 175 Jahre vor seiner Eröffnung: Ab 1830 entwickelte sich Bremerhaven zum größten Auswandererhafen Kontinentaleuropas: Über 7,2 Millionen Menschen betraten hier ein Schiff, um an einem anderen Ende der Welt ein neues Leben zu beginnen. Grund genug, diesem wichtigen Kapitel der Menschheitsgeschichte ein eigenes Museum zu widmen – dachten sich engagierte Bürger:innen und gründeten 1985 den Förderverein Deutsches Auswanderermuseum (heute: Freundeskreis Deutsches Auswandererhaus e.V.). Ab 1998 unterstützte der „Initiativkreis Erlebniswelt Auswanderung“ (heute: Initiativkreis Deutsches Auswandererhaus) das Museumsvorhaben. Am 8. August 2005 wurde das Deutsche Auswandererhaus feierlich eröffnet.

Das mutige, innovative Museumskonzept versteht Menschen und ihre Erfahrungen nicht als Teil, sondern als Mittelpunkt der Geschichte und ihrer Vermittlung. Das Hamburger Architekturbüro Andreas Heller Architects & Designers erdachte dabei sowohl die innere wie äußere Gestalt des Museums. 2007 erhielt das Deutsche Auswandererhaus dafür den „European Museum of the Year Award“ des Europäischen Museumsforums EMF.

Am 21. April 2012 eröffnete der erste Anbau und mit ihm eine erweiterte Dauerausstellung, die jetzt auch 300 Jahre Einwanderungsgeschichte nach Deutschland erzählte. Mit der Eröffnung eines weiteren von Bund, Land und Stadt geförderten Neubaus am 26. Juni 2021 konnte dieses wichtige gesellschaftliche Thema in einem noch größeren und umfassenderen Rahmen und mit einem Schwerpunkt auf das Zusammenleben im Einwanderungsland bearbeitet werden.

Die wissenschaftliche Erforschung und Vermittlung historischer und aktueller Aspekte von Migration finden in der ebenfalls 2021 gegründeten „Academy of Comparative Migration Studies“ (ACOMIS) ihren Platz.

Bis heute besteht das Deutsche Auswandererhaus als Public Privat Partnership-Projekt: Das Land Bremen und die Stadt Bremerhaven errichteten den Bau des Haupthauses 2005. Der Bund, das Land Bremen mit Unterstützung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und die Betreibergesellschaft finanzierten den ersten Erweiterungsbau 2012. Die Stadt Bremerhaven stiftete das Grundstück. Die zweite Erweiterung 2021 erfolgte dank der erneuten Unterstützung des Bundes und des Landes Bremen sowie der Stadt Bremerhaven. Betrieben wird das Deutsche Auswandererhaus seit 2017 durch die Deutsches Auswandererhaus gemeinnützige GmbH. 

Gremien 

Kuratorium

  • Vorsitz: Dr. Helmut Gold, Direktor, Museum für Kommunikation, Frankfurt am Main

  • Matthias Ditzen-Blanke, Verleger und Geschäftsführer, Nordsee-Zeitung, Bremerhaven

  • Staatsrätin Carmen Emigholz, Der Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen

  • Oberbürgermeister Melf Grantz, Magistrat der Seestadt Bremerhaven

  • Prof. Dr. Jochen Oltmer, Universität Osnabrück, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Osnabrück

  • Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer, Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (BIS), Bremerhaven

  • Dr. Simone Blaschka, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses, Bremerhaven

  • Andreas Heller, Andreas Heller Architects & Designers, Hamburg / Betreiber, Deutsches Auswandererhaus gemeinnützige GmbH, Bremerhaven

  • Jack Masey †, Metaform Design International, New York, USA 

Freund:innen & Förder:innen

Die im Jahr 2006 gegründete Stiftung Deutsches Auswandererhaus ist eine wichtige Stütze der Forschungs- und Ausstellungsarbeit. Sie fördert etwa Forschungsreisen im In- und Ausland, Tagungen, Sonderausstellungen und relevante Publikationen.

Zusammen mit dem Initiativkreis Deutsches Auswandererhaus e.V. erwarb die Stiftung für die Dauerausstellung ein Gemälde des Genremalers Felix Schlesinger. „In der Pass- und Polizeistube vor der Emigration“ von 1859 zeigt einen wesentlichen Moment einer Auswanderung im 19. Jahrhundert: die Ausstellung des Passes. Heute können Sie es im Museumsbereich „Transit“ – dem Übergang vom Altbau zum Neubau, von der Auswanderung zur Einwanderung – betrachten.

Gemeinsam mit dem Deutschen Auswandererhaus verleiht die Stiftung seit 2015 den „Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung“. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis fördert wissenschaftliche Arbeiten zur Einwanderung nach Europa oder zur europäischen Auswanderung nach Übersee.

Wichtige treibende Kräfte zur Entstehung des Deutschen Auswandererhauses sind der Initiativkreis Deutsches Auswandererhaus e.V. und der Freundeskreis Deutsches Auswandererhaus e.V. bis heute wichtige Fördernde des Museums und seiner Projekte. Nicht zuletzt hier verknüpft sich ein großes Netzwerk engagierter Förder:innen (Institutionen, Unternehmen und private Freund:innen).

Der heutige „Freundeskreis“ wurzelt in dem 1985 gegründeten „Förderverein Deutsches Auswanderermuseum“, seit 1998 unterstützte ihn der damals noch „Initiativkreis Erlebniswelt Auswanderung“ in Politik und Land.

Dem Freundeskreis hat das Museum unter anderem die Grundlage seiner vielfältigen und forschungsrelevanten Bibliothek zu verdanken. Außerdem bereichert der Freundeskreis das Programm des Deutschen Auswandererhauses regelmäßig mit sonntäglichen Matineen, in denen aktuelle Forschung und Debatten durch Expert:innen einen Platz finden.

Der Initiativkreis ist bis heute ein wichtiger Förderer der Stiftung und ermöglicht vielfältig museumspädagogische Programme für Bremerhavener Schulen.